Schwermetallbelastungen – allgegenwärtig und doch unterschätzt

Buch: Entgiften von A bis Z

Heute sind Fieberthermometer meistens mit Digitalanzeige ausgerüstet. Man kann sie besser ablesen, als die alten Quecksilberthermometer, allerdings sind sie auch nutzlos ohne Batterie. Quecksilber in einem dünnen Glasröhrchen auf einer schmalen Platte mit Temperatureinteilung in einer Glasumhüllung – das war früher das Fieberthermometer. Quecksilber ist bei sehr niedrigen Temperaturen noch flüssig, weshalb es mühelos in dem engen Glasröhrchen nach oben klettert. Es dehnt sich schnell aus und bildet, wenn es auf einer Oberfläche liegt, fast kugelrunde Tröpfchen, die munter herumkullern, aber leider sehr giftige Dämpfe verbreiten und hoch schädlich sind.

Dabei ist sein Name so hübsch: Der Wortbestandteil „Queck“ ist ein sehr altes Wort für lebendig, munter, frisch, beweglich und schnell. Im Englischen steckt es im Wort „quick“ und „quicksilver“ ist das alte Wort dafür. Heute heißt es „mercury“. Wir sagen im Deutschen auch „quicklebendig“, das war auch die Bedeutung: lebendiges Silber. Eine Grasart, die sich sehr schnell ausbreitet, ein tiefes, zähes Wurzelwerk bildet und fast nicht mehr auszurotten ist, wo es einmal wurzeln konnte ist die Quecke. Und das Gegenteil von „quick“ ist „unerquicklich“.

Quecksilber ist „unerquicklich“. Eine beruhigende Nachricht gibt es aber: Versehentlich verschlucktes, metallisches Quecksilber z. B. aus einem Fieberthermometer wird aus dem Magen-Darm-Trakt im Prinzip nicht resorbiert und ist daher toxikologisch unbedenklich. Jedoch kann aus Fieberthermometern ausgelaufenes Quecksilber verdampfen und zu schweren Vergiftungen führen.

Lange war Quecksilber in Amalgam-Zahnfüllungen enthalten und fand in minimalen Dosen ständig seinen Weg durch Abrieb und Korrosion aus den Zähnen in den Körper. Kaugummikauen und nächtliches Zähneknirschen kann die tägliche Giftdosis mehr als verfünffachen. Amalgam, eine Legierung aus Silber, Kupfer, Zinn und Quecksilber, sorgte so für eine schleichende, chronische Vergiftung, die sich mit vielen Symptomen bemerkbar macht und sich vornehmlich Zentralnervensystem, Niere und Leber ablagert. Typische Symptome einer chronischen Quecksilbervergiftung:

  • Schlafstörungen, Kopfschmerzen
  • Gedächtnisstörungen, Gehirnleistung
    (Studie: Kinder erleiden schon im Mutterleib Gehirnschädigungen)
  • Bei Ungeborenen später verzögertes Gehen- und Sprechenlernen, Hörprobleme, Ataxie
    (Studie an Kindern auf Färö, deren Mütter quecksilberbelastete Fische und Meeresfrüchte aßen)
  • Schwindel, verschwommenes Sehen, Hörstörungen
  • Energielosigkeit.
  • Hautausschläge
  • Schwäche, allgemeines Unwohlsein.
  • Sensibilitätsstörungen, Probleme beim Gehen, Probleme bei der Arm-Motorik

Die Färöer-Studie zeigte, dass mit zunehmender Quecksilberkonzentration auch mehr Entwicklungsdefizite bei den Kindern auftraten: Siebenjährige Kinder zeigten Auffälligkeiten in neuropsychologischen Tests, sobald der Gehalt an organischem Quecksilber im Haar der Mutter 10 Milligramm pro Kilogramm überstieg. Und schon bei noch geringeren Werten zeigten sich Veränderungen im Bereich von Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Sprache.

Reines Quecksilber kann die Blut-Hirnschranke und auch die Plazentabarriere überwinden. Im Gehirn und in der Leber wird es dann schnell zu anorganischen Quecksilberverbindungen umgewandelt, die nicht mehr ins Hirn oder in die Plazenta gelangen können.

In den Anfängen des 20. Jahrhunderts glaubte man, mit Quecksilbermixturen und Quecksilberpillen bei Depressionen heilsam wirken zu können. Es wurde auch in Handwerk und Technik eingesetzt. Dadurch gelangte es in Flüsse und Seen und ins Meer – und über Fische und Meeresfrüchte wieder in die Körper der Menschen. Das führte zu den oben beschriebenen Symptomen, die die damaligen Ärzte wiederum mit Quecksilbermixturen zu bekämpfen suchten. Noch heute findet sich das Nervengift in vielen Situationen des Alltags. Auch die einst so gehypte Energiesparlampe war mit hochbedenklichen Mengen an Quecksilber ausgerüstet, das stetig in kleinen Mengen beim Betrieb verdampfte.

Quecksilber ist aber nur eines der Metalle die schwere Gesundheitsstörungen hervorrufen können. Anders als Eisen, das wir in verhältnismäßig großem Mengen brauchen, weil die roten Blutkörperchen es benötigen, um den lebensnotwendigen Sauerstoff damit in die Zellen bringen, gibt es viele Metalle (sowie andere chemische Elemente), die in unseren Körper gelangen, weil sie in ihrer chemisch reaktiven Außenschale vom Körper irrtümlich für ein lebenswichtiges Element gehalten werden und anstelle des „gewünschten Originals“ eingebaut werden. Zum Beispiel brauchen wir das glänzend silberweiße Metall Calcium in größeren Mengen für unsere Knochendichte. Das radioaktive Strontium-90 verhält sich chemisch wie Calcium (es entsteht bei AKW-Unfällen, bei Kernwaffenversuchen, in der Radiografie und bei technischer Messung sehr dünner Schichten) und wird anstelle des Calciums in die Knochen und Zähne eingebaut, wo es – insbesondere bei Kindern – zu Krebserkrankungen führen kann. Das nicht radioaktive Strontium ist ein Leichtmetall (Erdalkalimetall), reagiert im Körper nicht wie Calcium und wird wieder ausgeschieden.

Auf natürlichem Wege baut sich das Quecksilber im Körper nur extrem langsam ab. Nach etwa 30 Jahren könnte die Hälfte des Quecksilbers abgebaut sein, wenn man keines mehr zu sich nehmen würde, was kaum zu schaffen ist.

In einer Studie des Institut für Rechtsmedizin der Universität München wurden Goldminenarbeiter und ihr soziales Umfeld auf Quecksilberbelastung untersucht. Die Arbeiter hatten direkten Kontakt mit Quecksilber, das zur Gewinnung von Gold aus den Gesteins-Adern benötigt wird. Die Arbeiter sterben ziemlich jung, da sie eine massive, chronische Quecksilbervergiftung erleiden. 70 Prozent der Arbeiter sterben daran. Das war keine Überraschung, doch die Intensität, mit der das Umfeld dieser Arbeiter, die Nachbarn und Familienangehörigen gleich mit chronisch vergiftet wurde, war weit höher als erwartet. 38 Prozent der Mitbürger im Ort waren quecksilberbelastet, 27 Prozent derer, die weder mit den Goldminenarbeitern direkt zu tun hatten noch mit der Goldmine – und fast 72 Prozent der mit der Goldmine arbeitenden Leute.

Eine weitere Studie stellte ebenso die Belastung von Schwermetallen in Umgebungen von Minen fest und konnte dies an der Konzentration im Boden und in den Gemüsepflanzen nachweisen.

Metalle aller Art, die im Körper eingebaut zu Vergiftungen, Gesundheitsschäden oder sogar Krebs führen können, werden gemeinhin „Schwermetalle“ genannt, obwohl sie bisweilen gar kein so hohes Atomgewicht haben. Oft sind sie im Trinkwasser enthalten und verursachen chronische Schäden und Krebs, wie eine Studie aus China belegt.

Zu den echten „Schwermetallen“ gehören Chrom, Eisen, Cobald, Kupfer, Mangan, Molybdän, Nickel, Vanadium, Zink und Zinn.

Kupfer, Zink und Eisen sind dabei in den biologisch nötigen Mengen durchaus gesund. Eisen- wie gesagt – bindet im Blut den Sauerstoff, der zu den Zellen für ihre Verbrennungsprozesse gebraucht wird. Kupfer ist in sehr geringen Mengen unerlässlich für die Zellatmung und für die embryonale Gehirnentwicklung und schützt zusammen mit den Vitaminen C, E und Selen unsere Zellen vor oxidativem Stress. Kupfer muss jeden Tag in ausreichender Menge aufgenommen werden, denn die Speicherkapazität im Körper ist begrenzt. Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen liegt bei etwa 1 bis 2 mg. Zahlreiche Nahrungsmittel enthalten dieses Spurenelement, hierzu zählen insbesondere Nüsse, bestimmte Fisch- und Fleischsorten sowie einige Gemüse. Zink verleiht uns ein schlagkräftiges Immunsystem, sorgt für einen funktionierenden Kohlehydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel und eine funktionierende Zellteilung, für Wundheilung und das Wachstum von Haaren und Nägeln.

Ein Problem entsteht erst bei einer übermäßigen Dosis im Körper, oder wenn ein Mangel an dem notwendigen Element besteht und der Körper ungeeignete, aber chemisch ähnlich reagierende Elemente statt der „richtigen“ benutzt. (Zum Beispiel braucht die Schilddrüse Jod, wenn das aber nicht genügend vorhanden ist, holt der Körper sich beispielsweise das Fluor aus den Zahnpasten oder dem Leitungswasser und ersetzt das Jod damit – was fatalerweise die Schilddrüse zerstört.)

Insbesondere dann, wenn ein essenzielles Metall nicht elementar, also als reines Metall, sondern in chemischen Verbindungen oder als Ionen in den Körper kommt. Weil das oft mit einer Wasser- oder Fettlöslichkeit des Stoffes einhergeht und damit Eingang in den Stoffwechsel findet, entfalten die Schwermetalle ihre schädliche Wirkung.

Wie bereits in der Färöer-Studie bemerkt, kann so etwas leicht vorkommen, wenn Pflanzen oder Tiere mit so einem „Schwermetall“ belastet sind. Auf den Färöern waren es die Quecksilber-belasteten Fische und Krabben. Aber auch Pflanzen bauen „Schwermetalle“ ein, die dann in organische Verbindungen gewandelt werden, sodass der Körper sie aufnimmt.

Einer der Kandidaten, der schon in geringen Mengen toxisch wirkt, ist Blei. Es ist in der Nahrung und in der Atemluft in winzigen Mengen enthalten. Das verbleite Benzin, das in den 1920 Jahren in den USA entwickelt wurde (Tetraethylblei) und auch noch lange hier benutzt wurde, erhöhte zwar die Klopffestigkeit und war gut für die Motoren, aber schlecht für die Menschen, Tiere und Pflanzen. Früher waren die Wasserrohre oft aus Blei und sorgten ebenfalls für Gesundheitsschäden.

Kupfer ist ein Schwermetall und gehört, wie schon erwähnt, zu den lebensnotwendigen Spurenelementen. Bestimmte Kupfersalze, wie Grünspan, können beim Einnehmen größerer Mengen zu Schwäche, Erbrechen und Entzündungen im Verdauungstrakt führen. Akute Vergiftungen durch sehr hohe Mengen sind aber selten, da der Körper sofort mit Erbrechen reagiert.

Ein weiteres, giftiges Schwermetall ist das Cadmium. Laut Wikipedia ist es bereits in geringen Konzentrationen giftig und krebserregend, sowie erbgutschädigend. Wird Cadmium geschluckt, setzt ebenfalls Erbrechen ein, es kann zu Leberschädigungen kommen. Bei chronischen Cadmiumvergiftungen durch ständige Aufnahme in kleine Mengen verliert sich er Geruchssinn, die Zahnhälse verfärben sich gelb, die Rückenwirbel schmerzen und das Knochenmark wird geschädigt. Es kommt zu starker Osteoporose. Es reichert sich bei ständiger Exposition in Leber und Nieren an und kann zu Organschäden führen. Raucher nehmen doppelt soviel Cadmium auf, wie Nichtraucher.

Thallium ist kein besonders seltenes Schwermetall. Es ist sogar in Granit und kaliumhaltigen Erdböden enthalten. Als reines Metall liegt es in der Natur so gut wie nicht vor. Spezialgläser und Fotozellen werden unter Verwendung von Thallium für technische Zwecke hergestellt, aber auch in Rattengift wird es in einer Schwefelverbindung, dem Thalliumsulfat eingesetzt. Thalliumverbindungen sind hochgiftig, die tödliche Dosis für Menschen liegt bei 800 mg. Pilze können Thallium von bis zu 1 mg/kg ansammeln.

Eines der aller giftigsten Schwermetalle ist Plutonium. Schon im zweistelligen Milligrammbereich wirkt es tödlich. Dabei ist die chemische Giftwirkung fast schon harmlos gegen die Radioaktivität und die Strahlung des kernwaffenfähigen Metalls. Selbst in allerkleinsten Dosen kann es schon Krebs auslösen, dazu reichen schon ein paar Mikrogramm. Die vom Plutonium ausgesendete Alphastrahlung wirkt aber nur so tödlich, wenn sie sich im Körper befindet. Unsere äußere Hornhautschicht schirmt diese Art von Strahlung ab.

Letztendlich baut der Körper aber diese Metalle nur dann auf Dauer ein, wenn es im Körper einen chemisch ähnlichen Stoff ersetzt, den der Körper braucht und nicht hat. Zuallererst müssen also die richtigen Mineralien zugeführt und eingebaut werden und dann die Schwermetalle ausgeleitet und durch die richtigen Mineralien wieder ersetzt werden. Eines der wichtigsten Entgiftungsmittel ist das Melatonin, das unsere Zirbeldrüse – allerdings selten in ausreichendem Maße – produziert. Es entgiftet u.a. Blei, Kadmium, Aluminium, Quecksilber, alle Organphosphate, alle Viren, Parasiten, Pilze, Bakterien.

Zeolithe, Chlorella und Spirulina sind ein paar weitere Möglichkeiten, diese giftigen Metalle auszuleiten. Hier gibt es heute sehr viele und wirksame Methoden, unter denen je nach Belastung und Metall die geeignete durch einen versierten Naturheilkundigen zusammengestellt werden kann.

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Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen, von Jana Witschetzky, können die Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen – sie sind keine medizinischen Anweisungen. Die Informationen dienen der Vermittlung von Wissen und können die individuelle Betreuung bei einem Sprechstundenbesuch nicht ersetzen. Die Umsetzung der hier gegebenen Empfehlungen sollte deshalb immer mit einem qualifizierten Therapeuten abgesprochen werden. Das Befolgen der Empfehlungen erfolgt auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung
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