Milchsäurebakterien – kleine Helferlein mit großen Fähigkeiten

Milchsäurebakterien gehören fast alle zu den „Guten“. Menschen und Tiere tragen sie im Darm und da sorgen sie für ein gutes Milieu. Einer der Sippe „Lactobacillales“ ist aber nicht unser Freund, das sind die Streptokokken. Eine Streptokokkeninfektion ist hoch unangenehm.

Die Milchsäurebakterien gehören zu den wichtigsten, ja lebenswichtigen Besiedlern unseres Darms und – Jungs mal eben weghören – der Vaginalflora. Überhaupt sind sie nicht nur im Darm, sondern fast überall. In den Schleimhäuten von Säugetieren, auch in unserem Mund, im Magen von Honigbienen und Fröschen, in sich zersetzenden Pflanzen und überall da, wo Milch aller Art vorkommt. Sogar im Meer wurden sie gefunden.

Autor: Niki Vogt

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Sie können etwas ganz Faszinierendes

Milchsäurebakterien können in Hautzellen eingeschlossen werden und sie in „multipotente“ Zellen umwandeln! Das fand eine Studie heraus. Menschliche Hautzellen, in die Milchsäurebakterien „eingewandert“ sind, ähneln dann embryonalen Stammzellen und können sich im lebenden Körper, aber auch in der Petrischale zu ganz verschiedenen, neuen Hautzellen teilen und entwickeln. Diese Hautzellen mit Milchsäurebakterien produzierten zum Erstaunen der Wissenschaftler eine ganze Reihe von „multipotenten Genen“. Die Zusammenfassung der Studie besagt, dass mit Milchsäurebakterien vereinigte Körperzellen sehr weitreichende Auswirkungen auf die Erzeugung und Reprogrammierung von Zellen haben und daher sehr interessant sind für zellbasierte Therapien.

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Die Familie der Milchsäurebakterien ist höchst unterschiedlich

Einige sind fast kugelig, andere stäbchenförmig oder oval, es gib lange und kurze. Allen gemein ist, dass sie sich von Kohlehydraten ernähren, die sie meistens zu Milchsäure fermentieren und sie können das auch teilweise ohne Bedarf an Sauerstoff, also anaerob. Sie lieben sauerstoffarme Umgebungen, können aber sowohl mit, als auch ohne Sauerstoff leben, stoffwechseln und sich vermehren.

Wir Menschen leben also in einer intensiven Gemeinschaft mit den Milchsäurebakterien und das schon, bevor wir überhaupt Menschen wurden. Ziemlich sicher schon zu Zeiten, als unsere Ur-Ur-Ur-Ahnen als kleine Pelztierchen zwischen den Beinen der Brontosaurier herumgewuselt sind und uns in Erdgänge verkrochen haben. Daher ist es kein allzu großes Wunder, wie eng wir uns zusammen mit diesen hilfreichen Bakterien entwickelt und aufeinander eingestimmt haben.

Mehr noch: Die Milchsäurebakterien haben nicht nur dafür gesorgt, dass der Mensch Nahrung verdauen kann, sondern auch, dass er sie haltbar und genießbar machen kann. Diese freundlichen Winzlinge sind nämlich in der Lage, Lebensmittel zu fermentieren und dadurch länger haltbar und leicht verdaulich zu machen. Und gleichzeitig spendieren wir unserem Darm eine gute Dosis der darin enthaltenen Laktobazillen.

Beispielsweise Käse: Je herzhafter und gereifter er ist, umso höher ist sein Gehalte an den guten Bakterien.

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Du begegnest ihnen viel öfter, als Du denkst

Joghurt, Käse, Kefir, Dickmilch, Sauerkraut, Kimchi und vor allem im Sauerteigbrot. Um die Trinkmilch davon abzuhalten, sich innerhalb von zehn Stunden in Sauermilch zu verwandeln, wird sie pasteurisiert, also erhitzt, um die Bakterien abzutöten – was aber nicht hundertprozentig gelingt. Daher wird sie ständig gekühlt und auch daheim in den Kühlschrank gestellt, und das Bakterienwachstum zu hemmen. Man muss nur ein paar Löffel Joghurt in ein Gefäß mit Milch geben, verrühren und warm stellen – und hat am nächsten Tag fertigen Joghurt.

Unbehandelte Milch wird schon bei Zimmertemperatur unweigerlich zu säuerlicher Dickmilch. Das ist ein gesundes Lebensmittel, aber schmeckt nicht im Kaffee oder in Kuchen oder als Kakao …

Je vielfältiger die Sippe der Milchsäurebakterien in Deinem Darm ist, umso gesünder ist er und umso gesünder ist Dein ganzer Körper. Denn gemeinsam verdrängen die Milchsäurebakterien schädliche Bakterien und Pilze, die ihre oft giftigen Stoffwechselprodukte in den Darm abgeben, was wiederum die gesunde Darmflora und den ganzen Menschen schädigt. Das leicht saure Darmmilieu, was die Milchsäurebakterien schaffen, ist für uns ideal und macht es Krankheitserregern schwer.

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Durch die Arbeit der Milchsäurebakterien wird auch die Barrierefunktion der Darmschleimhaut gestärkt, die beste Vorbeugung gegen das sogenannte „Leaky Gut Syndrom“. Dieser Begriff ist eine Umschreibung für viele chronische, meist unheilbare Krankheiten, die hauptsächlich durch eine undichte Darmschleimhaut verursacht werden. Oft sind es Allergien und Autoimmunerkrankungen. Die sehr vielfältigen, chronischen Probleme und Symptome des „Leaky Gut Syndroms“ werden von vielen Ärzten nicht erkannt und diagnostiziert: darunter andauernde Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Blähungen, Depressionen, Ekzeme, Immunschwäche, ständige Blasen- oder Vaginalinfekte, Reizdarm, Nahrungsmittelintoleranzen, Dauermüdigkeit.

Die kurzkettigen Fettsäuren, die die Milchsäurebakterien bilden, werden sofort und vor Ort schon von den Darmschleimhautzellen genutzt und bilden eine Energiequelle. Auch das hält den Darm gesund und fördert die Regeneration der Darmschleimhaut. Zusätzlich verbessern die Milchsäurebakterien die Bioverfügbarkeit der Vital und Nährstoffe, der Organismus kann sie leichter aufnehmen – besonders dann, wenn es sich auch noch um milchsauer fermentierte Lebensmittel handelt.

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Hier noch einmal der Steckbrief der Wohltaten, die die Laktobazillen uns bieten:

Milchsäurebakterien verbessern die Darmgesundheit und sorgen für eine gesunde Darmflora.
• Verbesserte Verdauung und bessere Nährstoff- und Vitalstoffversorgung.
• Regeneration der Darmschleimhaut, Vorbeugung gegen Leaky Gut Syndrom.
• Linderung chronischer Verdauungsbeschwerden (Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Bauchkrämpfe).
• Entzündungshemmend bei allen chronisch entzündlichen Erkrankungen.
• Stärkung des Immunsystems.
• Regulierung von Fettstoffstoffwechsel und Blutzuckerspiegel und damit hilfreich beim Abnehmen bzw. hilfreich zur Verhinderung von Fettsucht.
• Für ein gesundes Scheidenmilieu, Verhinderung von Scheideninfektionen.
• Vorbeugung gegen viele chronische Erkrankungen vor, wie z. B. Diabetes, Darmkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Allergien und vermutlich auch Autoimmunerkrankungen.
• Bei Säuglingen lindern sie Koliken.
Und das Beste daran ist: Milchsäure-fermentierte Lebensmittel sind schmackhaft, gut und vielfältig. Das ist gesunde Ernährung, die Du wirklich mit Freude genießen kannst, Probiotika vom Feinsten!

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Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen können die Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen – sie sind keine medizinischen Anweisungen. Die Informationen dienen der Vermittlung von Wissen und können die individuelle Betreuung bei einem Sprechstundenbesuch nicht ersetzen. Die Umsetzung der hier gegebenen Empfehlungen sollte deshalb immer mit einem qualifizierten Therapeuten abgesprochen werden. Das Befolgen der Empfehlungen erfolgt auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung

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