Tag der „Ersten Hilfe“ – vom barmherzigen Samariter zu Kursen für Jedermann

Der Tag der „Ersten Hilfe“ ist ein Aktionstag, der heute weltweit begangen wird und eine gute Sache. Jedem von uns kann es passieren, dass wir plötzlich in einer Notsituation einem Mitmenschen helfen müssen. Das muss nicht immer bedeuten, ein Leben zu retten. Es kann auch ein Mensch in einer hilflosen Situation sein. Vielleicht ein alter Mensch, der gestürzt ist und von selbst nicht mehr auf die Beine kommt. Jemand, der gerade eine Kreislaufschwäche wegen zu großer Hitze erleidet. Ein Kind, das sich gerade schmerzhafte Schürfwunden zugezogen hat. Jemand, der sich den Kopf angeschlagen hat und der benommen und schwindelig ist und sich orientierungslos in Gefahr begeben könnte. Da ist es gut, wenn man weiß, was mit einfachen Mitteln zu tun ist, bis die professionellen Sanitäter eintreffen.

➥ Autor: Niki Vogt

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Was tun? Heißt es dann!
Aber was ist die stabile Seitenlage?

Wie macht man eine Herz-Lungen-Wiederbelebung? Was ist eine Schocklagerung? Wie erkenne ich einen Hitzschlag? Was zum Beispiel macht man, wenn jemand ohnmächtig wird? Dazu muss man wissen, ob es eine „weiße Ohnmacht“ oder eine „rote Ohnmacht“ ist. Die erstere erkennt man daran, dass derjenige, der gerade umfällt, ganz blass geworden ist. Meist ist das Blut dann in die Beine gesackt wegen eines starken Blutdruckabfalls und das Gehirn ist fast blutleer und verabschiedet sich in die Ohnmacht. Man legt den Ohnmächtigen dann flach hin und lagert die Beine höher, sodass das Blut zurück in den Körper fließt und das Herz sich nicht anstrengen muss, es auch in den Kopf und damit ins Gehirn zu pumpen.

Bei einer „roten Ohnmacht“ hat derjenige einen roten, d.h. stark durchbluteten Kopf. Auch das hat mit dem Blutdruck zu tun. Nur hier fällt der Hilfsbedürftige wegen zu hohen Blutdrucks um, denn auch das kann das Gehirn schlecht aushalten. Nun macht man es umgekehrt: Man setzt den Ohnmächtigen auf einen Stuhl und streckt die Beine schräg nach unten weg. Am besten die Stirn sanft kühlen. Wer das nicht weiß, steht in so einem Fall buchstäblich „hilflos“ daneben.

Foto: @LightFieldStudios via envato.elements

Bewusstsein schärfen für „Ersten Hilfe“

Der Tag der „Ersten Hilfe“ soll genau dieses Bewusstsein bei allen schärfen, dass man unversehens in eine solche Situation geraten kann. Als Hilfsbedürftiger, wie auch als Ersthelfer. Dann ist keine Zeit mehr, sich schlau zu machen, was denn jetzt die richtige Handlungsweise sein könnte.

Überall auf der Welt laden die ausgebildeten Fachkräfte vom Internationalen Roten Kreuz, Johannitern, Maltesern, dem Arbeiter-Samariter-Dienst und anderen Hilfsorganisationen zum internationalen Tag der Ersten Hilfe ein, in den anderen Ländern sind es zum Beispiel „United Hatzalah“ in Israel und der „Rote Halbmond“ in islamischen Ländern, in Afrika „First Aid Africa“.

Übrigens: Die ersten historischen Zeugnisse zur „Ersten Hilfe“ stammen tatsächlich aus Afrika! Es ist eine Publikation aus dem 14. Jahrhundert, die übersetzt heißt „Zuflucht des Klugen bei Abwesenheit des Arztes“ und stammt aus Kairo. Es ist ein Ratgeber des berühmten ägyptischen Arztes Šams ad-Dīn Moḥammad al-Akfānī.

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Erste Hilfe in Amsterdam 1767

Die erste eingetragene, europäische Organisation, die sich damit beschäftigte, war eine Wasserrettungs-Organisation in Amsterdam 1767, weil dort sehr oft Menschen in die Kanäle fielen und dort ertranken. Man konnte sie oft noch halb lebend aus dem Wasser ziehen, da man aber nicht wusste, was dann zu tun sei, starben viele. Die Mitglieder der Organisation hatten gelernt, nicht nur die Menschen schnellstens und gekonnt – ohne sich selbst zu gefährden – aus dem Wasser zu holen, sondern auch, wie man das Wasser wieder aus den Lungen des Opfers herausbekommt und den halb Ertrunkenen retten kann.

Wenige Jahre später, im Jahr 1773, schrieb der britische Mediziner William Hawes eine Anleitung, wie man einen scheinbar Ertrunkenen nach Entfernen des Wassers mit künstlicher Beatmung wieder ins Leben zurückholt. Schon ein Jahr später wurde hierfür eine Gesellschaft gegründet: die „Society for the Recovery of Persons Apparently Drowned“. Es wurden dann auch Wiederbelebungstechniken für andere Notfälle entwickelt und die dann Royal Humane Society (Königliche Gesellschaft für Humanität) gegründet.

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Runengedichten der Germanen

Die Geschichte der „Ersten Hilfe“ bei Verwundungen und schweren Verletzungen ist natürlich eine eigene. Sie entstand aus den Schlachten und Kriegen und folgt anderen Gesetzmäßigkeiten.

Die ältesten europäischen Berichte dazu finden sich in den Runengedichten der Germanen, später in den Sagas der Wikinger. Dort wird genau beschrieben, wie die weisen Frauen bei und nach der Schlacht, mit den Verletzten umgingen.

Wer zum Beispiel eine Pfeilwunde erlitten hatte, dem zog man keinesfalls einfach den Pfeil heraus, das wäre tödlich gewesen, selbst, wenn er nicht tief im Brustkorb steckte. Denn der Pfeil verschließt erst einmal die Wunde, die er verursacht. Zieht man ihn heraus, ist die Lunge perforiert und fällt in sich zusammen und ist verloren. Die Frauen zerkauten also Knoblauch und eine drückte dann ihren Knoblauchatem dem Verletzten in den Mund und die Lunge, während sie die Nase zuhielt. Eine andere roch an der Wunde, ob der Knoblauchgeruch dort mitsamt Blut aus der Lunge austrat. Wenn ja, wurde der Pfeil steckengelassen und die Wunde mit heißem Birkenpech desinfiziert und abgedichtet. In den nächsten Wochen zog man den Pfeil dann millimeterweise heraus und dichtete jedes mal wieder mit Birkenpech ab, bis er ganz heraus war. Eine mörderisch schmerzhafte Tortur. Aber die Patienten überlebten es erstaunlich oft.

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Die Armeen Roms

Von den römischen Gladiatoren wissen wir, dass sie Stars der Manege waren und viel Geld verdienten. Sie hatten ihre eigenen Ärzte, deren Aufgabe ebenfalls die Erste Hilfe bei Verletzungen war. Es gibt in den Museen Roms beeindruckende „Werkzeugkästen“ dieser Gladiatoren-Sanitäter zu besichtigen. Sie hatten perfekt geformte Instrumente und wirksame Mittelchen, um ausgekugelte Gelenke mit wenigen Griffen wieder an ihren Platz zu zwingen, gebrochene Knochen zu schienen, Platzwunden zu verschließen und Blutungen zu stillen. Auch die Armeen Roms verfügten über eine Art Wundarzt, den „Capsarius“, der die Verwundeten versorgte und sie ins Feldlazarett bracht und weiterbehandelte.

Das erste offizielle Armee-Sanitätskorps wurde vom Arzt des großen Napoleon Bonaparte gegründet. Kein Wunder, bei den Eroberungszügen des großen, kleinen Korsen gab es genug Männer zusammenzuflicken. Das Sanitätskorps leistete direkt Erste Hilfe auf den Schlachtfeldern.

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Eine Erinnerung an Solferino

Später wurde das Rote Kreuz durch den Schweizer Henry Dunant gegründet. Was er nach der Schlacht von Solferino im Nachgang an Elend, verstümmelten und toten Männern in den Lazaretten um Solferino und an erschreckenden Zuständen zu sehen bekam, erschütterte den christlichen Humanisten zutiefst. Er schrieb ein Buch darüber mit dem Titel „Eine Erinnerung an Solferino, das er 1862 auf eigene Kosten veröffentlichte und in Europa verteilte. Nun war er auch ein wohlhabender Geschäftsmann und unter dem Eindruck des Gesehenen gründete er ein Jahr später in Genf das „Internationale Komitee der Hilfsgesellschaft für die Verwundetenpflege“, das dann 1876 den Namen Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) erhielt. Leider starb er als ein armer, einsamer Mann.

Diese aus dem militärischen Bedarf an Verwundeten Fürsorge entstandene „Erste Hilfe“- Organisation ist heute eine wirklich breite und vielfältige Einrichtung, die sich auf mehrere Organisationen weltweit stützt. Insbesondere bieten die Hilfsorganisationen überall auf der Welt Kurse an, die jedem zeigen, was er in Notsituationen für andere tun kann, um Leben zu retten oder Hilflosen in der Not beizustehen, erste Versorgung bei Verletzungen zu leisten oder kompetente Hilfe zu holen. Etwas, das jeder wissen und können sollte, denn er könnte es auch einmal selbst dringend benötigen. Wir alle brauchen die kleinen Helden und Helfer des Alltags, die wissen, was zu tun ist. Seien wir doch selber auch solche Helfer!

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