Schutzschirm: Die Augen schützen

In jungen Jahren kann man sich kaum vorstellen wie gefährdet unsere Augen heutzutage sind. Oxidantien, Giftstoffe und das viele Blaulicht um uns herum lassen die Augen immer früher und schneller altern. Carotinoide wie z. B. Lutein, Zeaxanthin oder Astaxanthin können die Augen schützen.

➥ Autor: Andreas Müller-Alwart

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Kinder der Sechziger bis Siebziger Jahre kennen den Spruch der Eltern noch: „Ließ nicht bei so schlechtem Licht!“. Gemeint war meistens eine halbdunkle Stimmung oder zu wenig Licht. Diese Sorge hat sich weitgehend erledigt: Heute wird weniger gelesen und wenn doch, dann am Bildschirm bei hellem Kunstlicht. TV, Computer, Laptop, Tablet und Smartphone – sie alle erzeugen Blaulicht.

Bereits das natürliche UV-Licht erzeugt freie Radikale, die in das Auge auf die Netzhaut eindringen und diese beschädigen können. Blaulicht verstärkt diesen Effekt deutlich, da es tiefer eindringt. Während natürliches Licht, an das der Mensch angepasst ist, noch gefiltert werden kann, wird künstliches Licht weder von der Hornhaut, noch der Linse und auch nicht vom Glaskörper gefiltert. Die für die Sehkraft elementaren Zäpfchen und Stäbchen werden zerstört. Untersuchungen dazu sind alarmierend. Es wird befürchtet, dass die zukünftigen Blinden immer jünger werden könnten.

Foto: @darby via Twenty20

Schutz der sensiblen Augenzellen

Ein möglicher Schutz der Augenzellen kann erreicht werden, wenn man sich möglichst wenig Blaulicht aussetzt. Oft verschafft schon ein entsprechender Filter vor dem Bildschirm des Gerätes eine Erleichterung und mindert die Gefahren. Nur kurz bemerkt: Vor dem Schlafengehen sollte man ohnehin auf Blaulicht mindestens zwei Stunden zuvor verzichten, weil Blaulicht auch den Hormonhaushalt (Melatonin-Produktion) irritiert und man dann besser einschläft.

Ein weiterer Schutz wird vom Körper durch die Pigmentierung der Makula bereitgestellt. Die Makula ist ein eng umgrenzter Bereich auf der Netzhaut. Die Pigmentierung absorbiert das Blaulicht – aber nur dann, wenn die entsprechenden Carotinoide vorhanden sind. Vor allem Lutein und Zeaxanthin sind die Helfer bei diesem natürlichen Schutzeffekt. Je mehr sie vorhanden sind, desto besser die Pigmentierung und somit der Schutz der Makula.

Carotinoide sind organische, von Pflanzen gebildete Pigmente, die über die Nahrung zugenommen werden. Sie sind meist gelb, orange oder rot. Die Volksweisheit, dass man für den Schutz der Augen viele Karotten (orange) essen soll, hat daher ihren Ursprung. Etwas Fett sollte hier immer gleichzeitig mitgegessen werden, damit der Körper die Nährstoffe besser aufnehmen und vor allem verarbeiten kann.

Besondere Risiken für das Auge

Ein weiterer Schutz der Augen wird erreicht, indem man vermeidet, zu einer der Risikogruppen zu gehören, die von einer Makula-Degeneration häufiger betroffen ist. Zu der Gruppe gehören Diabetiker, Raucher, Menschen mit Bewegungsmangel, Bluthochdruckpatienten und Personen mit einer entsprechenden genetischen Disposition. Gegen letztere ist man natürlich machtlos – ebenso hilft die Erkenntnis wenig, dass über 50jährige und Blauäugige häufiger betroffen sind als andere Bevölkerungsgruppen. Dreh- und Angelpunkt ist also – wie so oft – einerseits sich gesund zu erhalten, indem man auf etwas verzichtet, z. B. das Rauchen, anderseits sich aufmerksam der Ernährung zuzuwenden, also etwas bewusst zusätzlich zu sich zu nehmen.

Foto: @Maddym3 via Twenty20

Wo sind Carotinoide vermehrt enthalten?

Es ist immer der beste Weg, dem Körper die Carotinoide in natürlicher Form regelmäßig zuzuführen. Nahrungsmittelergänzungen sind kein Tabu, aber immer zweite Wahl – nicht nur aus Kosten-, sondern aus Qualitätsgründen. Wir werden gleich erkennen: In diesem Fall ist das gar nicht so einfach.

Lutein kommt vor allem in grünen Gemüsesorten vor. Eine hohe Konzentration enthält das Moringablatt, das zusätzlich sehr nährstoffreich ist. Moringa, hierzulande als Meerrettichbaum bezeichnet, stammt aus Indien. Weil frische Blätter hier selten zu erwerben sind, gibt es Moringa als Kapseln. Sehr reichhaltig an Lutein ist auch ein Tee, der Tulsi-Tee. Auch diese Pflanze stammt aus Indien und wird auch als Königbasilikum oder heiliges Basilikum bezeichnet. Als Tee kann man sie bei uns erwerben. Zeaxanthin ist z. B. im Mais enthalten. Aus der Studentenblume wird es auch als Nahrungsmittelergänzung gewonnen. Sowohl Zeaxanthin als auch Lutein sind sehr starke Antioxidantien und haben den wunderbaren Nebeneffekt auch vorbeugend gegen den Grauen Star (Katarakt, Linsentrübung) wirksam zu sein.

Bleibt noch das etwas sperrig zu lesende Astaxanthin: Der Superstar unter unseren Carotinoiden. Seine Wirkung soll dreifach so groß sein. Um allerdings auf eine wirksame Menge zu kommen, müsste man eine ordentliche Menge kleiner Krebstierchen (Krills) verzehren, denn aus ihnen wird Axtaxanthin gewonnen. Gut also, dass es praktischerweise Krillöl zu kaufen gibt. Ein, zwei Kapseln pro Tag (6mg) reichen oft, um einer beginnenden – vor allem bei einer so genannten feuchten – Makula-Degeneration noch entgegen zu wirken.

Die Augen als Erweiterung des Gehirns

Was vielen Menschen nicht bewusst ist: Die Netzhaut enthält entlang ihrer Zäpfchen und Stäbchen auch Gehirnzellen, die es uns erst ermöglichen, Licht und Farben erkennen zu können. Verliert also die Netzhaut ihre natürlichen Eigenschaften, verliert der Betroffene auch das Spektrum des Farbensehens und die Lichtempfindlichkeit kann sich zudem stark verändern. Wir haben es also – wie so oft bei unserer Gesundheit – teilweise selbst in der Hand, über unsere Ernährung und über unser Verhalten, Schutz- und Heilungsprozesse zu unterstützen. Übrigens: Da es diesen Zusammenhang zwischen Gehirn und Makula gibt, wundert es nicht, wenn auch ein Zusammenhang zwischen fehlendem Lutein und Zeaxanthin an der Makula und dem Erinnerungsvermögen festgestellt wurde: Demenzkranke und Alzheimer Kranke hatten weniger dieser Carotinoide im Blut. Ein Effekt, der auch 2021 für Beta-Carotin, nochmals ausdrücklich so bestätigt wurde.

Also Augen auf bei der Ernährung und beim Umgang mit Blaulicht, damit der Durchblick so lange wie möglich erhalten bleibt.

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Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen können die Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen – sie sind keine medizinischen Anweisungen. Die Informationen dienen der Vermittlung von Wissen und können die individuelle Betreuung bei einem Sprechstundenbesuch nicht ersetzen. Die Umsetzung der hier gegebenen Empfehlungen sollte deshalb immer mit einem qualifizierten Therapeuten abgesprochen werden. Das Befolgen der Empfehlungen erfolgt auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung

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