In der modernen Medizin ist die künstliche Befruchtung eine gängige Methode, um Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch zu helfen. Dabei unterscheidet man zwischen der homologen Insemination (AIH1), bei der das Sperma des Ehemanns verwendet wird, und der heterologen Insemination (AID2), bei der das Sperma eines fremden Spenders genutzt wird. Man unterscheidet diese Verfahren von der In-vitro-Fertilisation (IVF), bei der Ärzte Spermien und Eizellen außerhalb des Körpers befruchten und anschließend Embryonen in die Gebärmutter übertragen. Während der IVF werden die Embryonen einer „Qualitätskontrolle“ unterzogen, und als „fehlerhaft“ betrachtete Embryonen werden oft aussortiert. Diese Verfahren werfen jedoch wichtige ethische und theologische Fragen auf, die oft vernachlässigt werden. Und warum wird – anstatt weiter in die Schöpfung einzugreifen – nicht nach einer Antwort gesucht, weshalb die Unfruchtbarkeitsrate weltweit so stark ansteigt?
➥ Autor: Barbara M. Thielmann
„Liebe machen“ oder „ein Kind erzeugen“?
Um dem Sprachgebrauch einmal zu folgen: Volkstümlich heißt es oft, Männer und Frauen „machen Liebe“, ein Ausdruck für den liebevollen, intimen Verschmelzungsakt, der zur Entstehung eines Kindes führen kann – oder auch nicht. Es geht hier nicht darum, „Babys zu machen“. Vielmehr bringt dieser Akt tiefe Liebe und Vertrauen zueinander zum Ausdruck, aus dem ein Kind hervorgehen kann.
Ein Kind ist jedoch kein Produkt eines Herstellungsprozesses! Allein die Tatsache, dass darüber diskutiert wird, wirft einen düsteren Schatten auf unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Und wie üblich werden die Fragen auch nicht korrekt gestellt und die wahre Ursache wird gekonnt in den Hintergrund verbannt. Der Kummer der unfruchtbaren Menschen steht im Vordergrund. Aber die Frage nach der schwindelerregenden Zunahme und den Ursachen dieser Unfruchtbarkeit wird kaum oder gar nicht gestellt. Und dass sich daraus ein sehr rentabler Wirtschaftszweig entwickelt hat, scheint auch keinem besonders aufzufallen oder zu interessieren. Ganz zu schweigen davon, dass es bei der künstlichen Befruchtung auch zu „Abfallprodukten“ kommen kann.
Künstliche Befruchtung: Qualitäts- und Ausschusskontrolle?
Bei der künstlichen Befruchtung werden Kinder durch ein technisches Verfahren gezeugt und anschließend einer „Qualitätskontrolle“ unterzogen. Embryonen, die als „fehlerhaft“ gelten, werden oft vernichtet. Bereits bei ihrer Entstehung sind diese Kinder der Willkür derer ausgeliefert, die sie ins Leben gerufen haben. Mit den Worten des katholischen Vereins zur Beratung in Schwangerschaftsfragen Donum Vitae: „Die Verbindung zwischen der In-vitro-Fertilisation und der freiwilligen Zerstörung menschlicher Embryonen kommt zu oft vor. Das ist bezeichnend: durch diese Verfahren mit scheinbar gegensätzlichen Zielen werden Leben und Tod der Entscheidung des Menschen unterworfen, der sich so per Dekret zum Geber von Leben und Tod macht“.
Das Dokument nennt das „Recht eines jeden Menschen, in der Ehe und aus der Ehe gezeugt und geboren zu werden“. In der Ehe und aus der Ehe zu sein, bedeutet, dass die Empfängnis aus dem ehelichen Akt oder dem Akt zwischen zwei Menschen, die sich verbindlich in eine eheähnliche Beziehung begeben haben, hervorgehen muss. Dieser Akt soll seinem Wesen nach auf die liebevolle Offenheit für das Leben ausgerichtet sein und nicht aus den Manipulationen von Technikern.
Die entmenschlichenden Aspekte einiger dieser Verfahren werden schon in der Sprache deutlich, die mit ihnen verbunden ist. Es gibt die „Reproduktionstechnologie-Industrie“, die auf die künstliche Befruchtung spezialisiert ist. Kinder werden als die „Produkte“ der Empfängnis bezeichnet. In der IVF werden Kinder schon bei ihrer Entstehung als weniger menschliche Wesen behandelt.
Von künstlicher Befruchtung zum Transhumanismus?
Transhumanismus ist (gemäß der Wikipedia-Definition) „das Konzept einer Zwischenform zwischen Mensch und Posthuman“. Mit anderen Worten: Ein Transhuman ist ein Wesen, das in den meisten Aspekten einem Menschen gleicht, aber über Kräfte und Fähigkeiten verfügt, die über die eines normalen Menschen hinausgehen. Diese Fähigkeiten könnten eine erhöhte Intelligenz, ein erweitertes Bewusstsein, gesteigerte körperliche Leistungsfähigkeit oder eine verlängerte Lebensdauer umfassen. Wie könnte man solche Fähigkeiten erlangen? Zum Beispiel durch künstliche Befruchtung, die hier und da noch die DNA verbessert. Eine große Feldstudie dazu können wir ja bei den aktuellen mRNA-Impfungen der letzten Zeit beobachten. Ob uns die Resultate erfreuen werden, das wäre dann ein anderer Artikel.
Die nicht gestellte Frage: warum explodiert die Unfruchtbarkeit weltweit?
Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist jeder sechste Mensch im gebärfähigen Alter zumindest zeitweise unfruchtbar. Global seien 17,5 Prozent aller Männer und Frauen demnach „an einem Punkt in ihrem Leben von der Unfähigkeit betroffen, ein Kind zu zeugen“, wie die WHO mitteilte. Dabei sei es „egal, wo sie leben und welche Ressourcen sie haben“.
Und deswegen fordert die WHO „erschwingliche Wege zur Elternschaft für alle“. Gemeint ist damit insbesondere die künstliche Befruchtung. Aber warum fordert sie nicht die Aufklärung und Ursachenbekämpfung der zunehmenden Unfruchtbarkeit? Es ist einfach ein schönes Geschäftsmodell. Ursachenfindung, so könnte man vorsichtig vermuten, bringt da nicht so viel Einnahmen, kostet im Grunde nur. Und wie so oft ist hier jeder aufgefordert, gerne selber seine eigenen Gedanken zu haben und Recherchen dazu zu machen. Vielleicht ein kleiner Tipp: elektromagnetische Verschmutzung, die mittlerweile auch „im Grünen“ auftritt, könnte da ein guter Ansatzpunkt sein. Aber nur einer unter vielen. Starke Vergiftungen im Körper, Fremdstoffe, die durch unterschiedlichste Wege (auch Medikamente) in den Körper gebracht werden, all das sind Beteiligte an diesem Dilemma.
Embryologie: ein Blick aus geisteswissenschaftlicher Schau
Es stellt sich wirklich die Frage, ob es sinnvoll ist, all die Argumente für Gefahren der künstlichen Befruchtung aufzuzählen und gegeneinander abzuwägen oder ob es nicht viel zielführender ist, sich den Augenblick des Befruchtungsvorganges einmal aus geisteswissenschaftlicher Schau zu betrachten. Die leibliche Entstehung eines Menschen, eines beseelten Menschen. Leider, leider schulen wir uns in diesen Dingen mittlerweile viel zu wenig bzw. gar nicht mehr. Und denen, die darüber noch einiges zu erzählen hätten, die Hebammen, erschwert man ihre Berufsausführung auf eine sehr fragwürdige Art und Weise.
Rudolf Steiner hat mit seiner Anthroposophie wichtige Erkenntnisse in unsere westliche Gesellschaft zurückgebracht. Und es sei nur jedem werdenden Elternteil dringlich ans Herz gelegt, sich der Entstehung ihres zukünftigen Kindes auch mal von dieser Sichtweise her zu nähern. Ganz zu schweigen davon, dass sie dann über sich selber und die Entstehung leiblichen Lebens ebenso zu wunderbaren Erkenntnissen kommen werden. In diesem Zusammenhang sind u.a. die Werke und die Arbeit des deutschen Anatoms Dr. Johannes von Rohen zu empfehlen.
Was passiert im Moment der Befruchtung?
Verlassen wir die kalte Sprache der Universitätsmedizin und betrachten wir diesen Moment aus einer geistigen und schöpferischen Perspektive. Stellen wir uns den Moment vor, in dem der Samen des Mannes in die Eizelle der Frau eintritt. Wie mit einem Paukenschlag verwandelt sich das gesamte Milieu in einen Schauplatz des Chaos. Aus diesem kreativen Chaos – der Zygote – entwickelt sich allmählich ein geordneter Kosmos – das Embryo. Man könnte auch sagen: mit der Befruchtung wird dem Geistkeim des Menschen die Möglichkeit gegeben, sich mit dem Vererbungsstrom zu verbinden.
Und es sind die ätherischen Kräfte der sich inkarnierenden Seele, die aus diesem Chaos ihre eigenen Chromosomen und Gene formen. Damit vollzieht der zukünftige Mensch seine erste individuelle Handlung.
Ab dem 17. Tag entsteht eine feste Verbindung zwischen der Individualität und dem Embryo. Genau zu diesem Zeitpunkt wird die Dreigliederung deutlich erkennbar: Drei Keimblätter bilden sich, aus denen später die verschiedenen Organe hervorgehen – das Kopfsystem, das Bauchsystem und die mittleren Anlagen. Der sogenannte Ätherleib (die Bildekräfte oder die Organisation des physischen Körpers) besteht aus beweglichen Kraftfeldern. Diese sind nicht mit physischen Augen sichtbar, ähneln aber dem Verhalten von Eisenspänen im Magnetfeld: Die wachsende Materie eines wachsenden Menschen „gehorcht“ den ätherischen Kraftfeldern. Das sollte besser kommuniziert werden.
Der Einfluss von ätherischen Kräften und der Rolle der Seele
Krankheiten entstehen nicht im physischen Körper, sondern werden durch Störungen im ätherischen Bereich verursacht, etwa durch Gifte, Pharmazeutika oder Impfungen, die Blockaden erzeugen. Diese Störungen greifen in die Struktur des ätherischen Körpers ein, wo alle Strukturen entstehen und sich festsetzen. Die Zellen selbst folgen einem übergeordneten „Bildegesetz“, das von Äther-, Astral- und Geisteskräften nach der individuellen Veranlagung ausgestaltet wird.
Feinstoffliche Energien wie Gedanken, Gefühle und Bilder der Eltern während der Konzeption spielen ebenfalls eine Rolle. Es ist eine fantastische Symphonie und der Triumph des Lebens. Weit bevor sich das Gehirn überhaupt bildet, wird das Herz ausgestaltet und beginnt, wie von Geisteshand, quasi „aus dem Nichts“ um den 17. Tag herum an zu schlagen. Wo kommt dieser Impuls her? Wer gibt diesen Impuls? Sicherlich nicht die Wissenschaftler, sondern die Seele. So ist der Akt der Vereinigung und die Befruchtung selber im Grunde etwas Hochheiliges, welches ganz anders angegangen und erlebt werden sollte, als es mittlerweile der Fall ist.
Zusammenfassung
Jetzt könnte man natürlich so argumentieren, dass das ja immer stattfindet, denn Kinder die durch künstliche Befruchtung entstanden sind, haben ja schließlich auch eine Seele. Und ein Herz, das schlägt haben sie auch und überhaupt ist so eine Sichtweise veraltet, kitschig und absolut nicht wissenschaftlich. Und diese Meinung ist leider keine Seltenheit. Natürlich ist sie das nicht, weil die Nachfrage nach künstlicher Befruchtung ständig steigt, da es die Unfruchtbarkeit bei Mann und Frau auch tut. Also wäre das Erste, was zu erörtern wäre das „Warum“? Warum steigt die Infertilität? Steigt sie vielleicht sogar parallel zur Einnahme von gewissen Mitteln (wozu auch Impfungen, besonders HPV, also Papillomavirenimpfung) zu rechnen sind? Seit wann genau steigt die Infertilität? Wo sind die Lösungswege bezogen auf die Ursachen? Die gäbe es in sehr vielen Fällen nämlich. Würden hier die richtigen Fragen gestellt, gäbe es eine Debatte oder Fragestellung nach ethischen und theologischen Punkten gar nicht.
Was nun aber jede/r Betroffene mit diesen Denkanstößen machen möchte, ist deren ganz persönliche Entscheidung. Aber eine Ursache- und Wirkungsanalyse wird sicherlich viel Klarheit über diese Fragen bringen. Und eine ganz primäre Gefahr ist wohl nicht so sehr auf der körperlichen Ebene des zukünftigen (geplanten) Lebewesens zu befürchten, sondern möglicherweise eher auf der geistig-seelischen, weil ein Bonding sich nicht so entwickeln könnte, wie es das auf natürlichem Wege täte.