Gut gemixt auch gut supplementiert?

Von Antagonisten und Katalysatoren

Sehr oft finden wir heutzutage sogenannte „Kombipräparate“, wo gleich mehrere Vitamine zusammen in einer Kapsel enthalten sind. Das kann gut gehen, aber meist ist es widersinnig bis sinnlos, da oft Vitamine, die sich gegenseitig neutralisieren in einem Präparat zusammen gefasst werden. Es scheint einfacher zu sein, gleich ein Kombipräparat zu nehmen, spart Geld, das sind Argumente, die man gerne dazu hört. Ich würde davon abraten, alleine schon deswegen, weil eine individuelle Dosierung, die vielleicht gerade optimal wäre für den betreffenden Menschen, nicht unbedingt gewährleistet werden kann, da Multivitaminpräparate möglichst dem tatsächlichen Bedarf der Zielgruppe – nach Alter und Geschlecht – angepasst sein sollten. Deswegen schauen wir uns das etwas genauer an.

Es sei an dieser Stelle auch unbedingt darauf hingewiesen, dass viele gängige Medikamente einen erheblichen Einfluss auf unsere Mineral-, Spurenelement-, und Vitaminspeicher haben! Ebenso beeinträchtigen Kaffee und Alkohol die Aufnahme von wichtigen Vitalstoffen. Auch dazu wollen wir uns später einige Beispiele anschauen.

➥ Autor: Barbara M. Thielmann

➥ Buch zum Beitrag: Vitamine

Warum sollten wir eigentlich Vitalstoffe supplementieren?

Reicht denn eine ausgewogene Ernährung nicht mehr aus?
Mit diesen Fragen sind wir schon mitten im Geschehen. Die Antwort ist: Sie würde wohl ausreichen, hätten wir nicht durch verschiedenen Veränderungen in den natürlichen Kreislauf eingegriffen. Die Rede ist hierbei von Düngemitteln, Pestiziden u.ä. Denn durch deren Verwendung sind wir heute gezwungen, unser Obst und Gemüse zu waschen, was zu einem Verlust (gerade bei den wasserlöslichen Vitaminen) führt. Außerdem reagieren Vitamine empfindlich auf Hitze, Licht und Sauerstoff. Ebenso mögen sie es nicht, wenn das Obst, in dem sie sich befinden, über die Zeit gelagert wird. Siehe zum Beispiel die EU Regelungen, nach denen Obst bis zu fünf Jahre in Kühlhäusern gelagert werden und dann immer noch als „frisch“ angeboten werden darf. Das heißt, wir müssten oft die 100fache Menge eines Obstes essen, um den normalen Vitamingehalt durch seinen Verzehr zu erhalten. Soviel dazu. Das und einige andere Faktoren erklären uns, warum die von bestimmten Stellen kritisierte Supplementierung mit Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien durchaus angesagt ist.

Und vielleicht noch ein Tipp vorweg: Frisch kaufen und schnell verzehren, gilt besonders für das sensible Vitamin C. Beispiel Spinat: Der büßt, wenn er in der Vorratskammer bei 20 Grad Celsius gelagert wird, binnen zwei Tagen 80 Prozent seines Vitamin-C-Gehalts ein. Deshalb ist es besser ihn im Kühlschrank zu lagern: Bei acht Grad beträgt der Vitaminverlust nur 33 Prozent. Beispiel Kopfsalat: Am Freitag frisch auf dem Markt gekauft, dient er am Sonntag allenfalls noch als Büffet-Deko und Ballaststoff – sein Vitamingehalt ist dann jedoch gleich null. Auch hier hilft Kühlung. Aber besser ist es wie gesagt, frische Ware möglichst schnell zu verzehren. Und wenn du sie vor dem Essen wäschst, tue dies besonders zügig. Denn das Vitaminsterben geht an der Spüle weiter. Dadurch vermindern sich die wasserlöslichen Vitamine (C und B-Gruppe) und Mineralstoffe wie Kalium. Waschen ist natürlich nötig. Aber dann bitte schnell und unter kaltem und fließendem Wasser.

Foto: @Iakobchuk via envato.elements

Hier mal ein Auszug der am häufigsten supplementierten Vitamine und Spurenelemente.

Vitamine

  • Vitamin-D3
  • Vitamin-K2
  • Vitamin-C
  • B – Vitamine ( z.B. B6, B12, Folsäure)

Spurenelemente

  • Magnesium
  • Zink
  • Selen

Wie nehme ich was? Und wann?

Es gibt eine Faustregel, die besagt, dass es besser ist, Vitamine vormittags zu nehmen, da sie wach machen. Spurenelemente dagegen lassen sich gut abends nehmen. Auch müssen wir die Nährstoffkombinationen bei der Einnahme beachten.

Vitamin D zum Beispiel wirkt im Verbund. Vitamin D kann seine Rolle im Körper nur erfüllen, wenn auch die Versorgung mit anderen Nährstoffen gegeben ist, die stark in die Wirkung des Vitamin D eingreifen. Alle Wirkungen des Vitamin D sind abhängig von anderen Nährstoffen. Damit eine gute Vitamin-D-Versorgung gewährleistet ist, muss Vitamin D mit folgenden Stoffen interagieren können:

  • Calcium
  • Phosphor
  • Vitamin K2
  • Magnesium
  • Vitamin A (Retinol) & Beta-Carotin (Vitamin-A-Vorstufe)
  • Zink

Vitamin D und K2 sollten aber in jedem Fall zusammen eingenommen werden. Vitamin K2 unterstützt das Sonnenvitamin, in dem es Proteine aktiviert und nutzbar macht. Dazu zählt beispielsweise das Protein Oseocalcin. 

Foto: @krushon via envato.elements

Vitamin C fördert die Eisenresorption,

daher ist es sinnvoll beides zusammenzunehmen. Allerdings sollte bei dieser Kombination dann für die Dauer der Einnahme von C – und Eisen auf andere Supplemente verzichtet werden. Denn Eisen steht mit vielen anderen essenziellen Mineralien und Spurenelementen wie Kupfer, Calcium, Magnesium und Zink in direkter oder indirekter Resorptionskonkurrenz und diese können sich gegenseitig aus der resorbierbaren oder biologisch wirksamen Oxidationsstufe verdrängen. Zudem sollten in einem Präparat, das Eisen enthält, keine Oxalate oder Phytate oder andere Phosphate enthalten sein, da sie die Eisenresorption mindern.

Sind gleichzeitig Selen und Vitamin C in einem Präparat enthalten, kann das Selen gänzlich zerstört, das Vitamin C zumindest abgeschwächt werden. Daher ist es unsinnig, Vitamine und Mineralien in einem Präparat zu mischen. Weiter wäre noch wichtig zu wissen, dass Vitamin C gut mit MSM harmoniert, ebenso wie mit Glutathion. Macht man eine Ausleitung mit Chlorella Algen müssen mindestens 5 Stunden zwischen der Einnahme von Vitamin C und den Algen liegen, da sie sich sonst neutralisieren.

Vitamin B12 ist ein essenzieller Vitalstoff für den Organismus. In Kombination mit anderen wertvollen Substanzen wie Folsäure, Calcium und Eisen, ist er an wichtigen Prozessen im Körper (zum Beispiel Blutbildung, Zellteilung, Schutz und Funktion von Nerven) beteiligt. B12 und weitere B-Vitamine: Der Organismus ist nur dazu in der Lage, die bioaktiven Vitamin B12-Varianten Adenosylcobalamin und Methylcobalamin direkt zu verwenden. Andere Cobalamin-Formen (etwa Hydroxo- oder Cyanocobalamin) müssen daher in die genannten Arten umgewandelt werden. Unter anderem sind dafür weitere B-Vitamine wie Niacin (B3) erforderlich. Vitamin B12 und Vitamin B6 (genau wie Folsäure) gehen eine Wechselwirkung bei der Regulierung des Homocystein-Spiegels im Körper ein.

Ein Medikament, das zu einem Vitamin-B12-Mangel führen kann ist z.B. Metformin, das bekannte Diabetes-Medikament. Ebenso Säureblocker, die für den Magen verschrieben werden.

Foto: @Sonyachny via envato.elements

Zink ist ein wichtiges Spurenelement und spielt eine wichtige Rolle, besonders um bei Kleinkindern das Immunsystem zu stärken, die Verdauung in Gang zu halten, das Wachstum und die Fortpflanzung zu sichern. Eine übermäßige Zufuhr an Getreide- oder Vollkornprodukten kann die Aufnahme von Zink blockieren. Folsäure soll nicht mit Zink kombiniert werden, da dadurch die Aufnahme verhindert wird. Zink und Magnesium und B6, sowie Mangan werden häufig zusammen gegeben. Die drei Elemente spielen eine Rolle für das Immunsystem. Zink ist für die Entwicklung und richtige Funktion von Zellen notwendig. Magnesium kann laut Studien Entzündungsmarker reduzieren. Unser Immunsystem braucht Vitamin B6, um weiße Blutkörperchen zu produzieren. Zink und Magnesium kannst du zusammen einnehmen, solange du dir nicht eine extrem hohe Menge an Zink zuführst. Zink und Selen passen ebenfalls gut zusammen.

Wir haben dir eine Tabelle zur Übersicht beigefügt, der du entnehmen kannst, welche Vitamine und Mineralien man gut zusammen kombinieren kann. Denke daran, auf Kombipräparate zu verzichten und supplementiere einzelne Präparate miteinander.

Erklärung der Tabelle:

Wie Du lesen kannst, sind die Verbindungen, die sich schwächen oder neutralisieren und die, welche sich fördern, genau gekennzeichnet. Dort, wo Du keine Markierungen findest, ist die Einnahme neutral, sprich weder Behinderung noch Triggern.

Die meisten Stoffe werden vor der Mahlzeit genommen, üblicherweise mindestens 15, bis maximal 30 Minuten vor dem Essen. Ausnahme wäre das Zink. Viele Menschen haben so starken Zinkmangel, dass sie sich nach der Einnahme von Zink übergeben müssen, weil der Körper es abstößt, da er so im Mangel ist, dass er es nicht mehr greifen kann. Um dem vorzubeugen, ist es empfehlenswert, Zinkpräparate einfach nach dem Essen zu nehmen.

Magnesium nimmt der Körper abends besser auf. Vorzugsweise 18–19 Uhr.

Vitamine sollten generell vormittags genommen werden, da sie wach machen. Besonders Vitamin-C und D3. Das gilt auch für Schilddrüsenmittel, siehe L-Thyroxin.

Bei B-Vitaminen rate ich ebenso von Kombipräparaten ab, also B-Komplexe. Die Aufteilung ist nie optimal, meist überwiegt das B12 und man baut B12 Speicher auf, weil im Verhältnis zu wenig Folsäure gegeben wurde. Daher gilt im Grunde immer: von einem fachkundigen Therapeuten kinesiologisch austesten lassen. Der Körper kennt seine Dosierung am besten.

Solltest Du bestimmte Medikamente regelmäßig einnehmen, findest Du hier gängige Medikamente und ihre schwächende Wirkung auf Vitamine und Mineralien bzw. Spurenelemente. Man könnte auch sagen, ihre räuberische Wirkung, da sie die Bio-Depots leeren, während ihrer Einnahme.

Zum Schluss soll Dir noch gesagt sein, dass es wichtig ist, dass Du weißt, was künstliche Vitamine sind. Was natürliche, synthetische oder gentechnische Vitamine unterscheidet!

➥ Empfehlung natürlicher Präperate
Waldkraft: https://tinyurl.com/yp4r2yun
Ethno Health: https://tinyurl.com/35ukmvzs
Akalfood: https://tinyurl.com/44k6h43e

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Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen können die Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen – sie sind keine medizinischen Anweisungen. Die Informationen dienen der Vermittlung von Wissen und können die individuelle Betreuung bei einem Sprechstundenbesuch nicht ersetzen. Die Umsetzung der hier gegebenen Empfehlungen sollte deshalb immer mit einem qualifizierten Therapeuten abgesprochen werden. Das Befolgen der Empfehlungen erfolgt auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung

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