Ashwagandha – ein Adaptogen

Die Pflanze, deren Namen wie eine Liebkosung klingt. Ashwagandha (Withania somnifera), auch Schlafbeere oder indischer Ginseng genannt, ist eine wichtige traditionelle Heilpflanze des Ayurveda. Ihre wichtigsten Wirkstoffe, hunderte von verschiedenen Alkaloiden, Saponinen und die für Ashwagandha besonderen Withanolide konzentrieren sich in der Wurzel, weshalb vor allem diese in pulverisierter Form verwendet wird. Ashwagandha wirkt Stress-reduzierend, antidepressiv, Schlaf verbessernd und angstlösend sowie modulierend auf das Immunsystem.

Autor: Barbara M. Thielmann
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Was sind Adaptogene?

Bestimmte Heilpflanzen und Vitalpilze werden unter dem Oberbegriff Adaptogene zusammengefasst. Als Adaptogene bezeichnet man Substanzen, mit deren Hilfe der Organismus chemische, physikalische, biologische und psychische Stressoren besser abwehren und Belastungssituationen leichter bewältigen kann. Anders als Stimulanzien (wie Koffein) erzielen Adaptogene eine normalisierende Wirkung auf den Stoffwechsel, unabhängig von der Richtung vorausgegangener pathologischer Veränderungen. Adaptogene stärken deinen Gesamtorganismus und erhöhen deine Anpassung an Stressreize, aber auch deine Widerstandskraft, sowie deine geistige und körperliche Leistungsfähigkeit.

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Was Ashwaganda kann

Ashwaganda ist ein kleiner Tausendsassa.

In einer Studie mit chronisch-gestressten Patienten konnte nicht nur eine signifikante Verbesserung des Stressempfindens gezeigt werden, sondern auch eine Regulation des Stresshormons Cortisol. Als mögliche zugrundeliegende Wirkmechanismen gilt nicht nur die Regulierung des Cortisolspiegels, sondern auch die Einflußnahme auf das beruhigende GABA-Neurotransmittersystem. Es sind die Withanolide und Alkaloide, auf die diese beruhigende Wirkung zurückgeführt werden kann. Sie reduzieren die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und fördern gleichzeitig die Regeneration. Das macht Ashwagandha zu einem wirksamen Mittel für dich, wenn hohe Belastungen anstehen oder du auch schon längere Zeit in einer Stressphase bist.

In mehreren Studien konnten agonistische (verstärkende) Wirkungen auf verschiedene GABA-Rezeptoren gezeigt werden. Leider weiß man noch nicht, welche Inhaltsstoffe der Pflanze dafür verantwortlich sind. Zweimal 300 mg pro Tag ist die am häufigsten angegebene therapeutische Dosierung für Ashwagandha-Extrakte. Im Gegensatz zur pulverisierten Wurzel, sind Extrakte angereichert mit den bioaktiven Inhaltsstoffen der Pflanze. Um stets eine gleichbleibende Menge der pflanzlichen Wirkstoffe einzunehmen, sollten solche Extrakte immer standardisiert sein auf einen bestimmten Gehalt an Withanoliden. Hochqualitative Produkte weisen übrigens den Gehalt an Withanoliden immer aus (als Richtlinie für dich: ein guter Wert für Wurzelextrakte sind 5 %).

Außerdem sollten die Extrakte stets aus den Wurzeln gewonnen werden, denn die oberirdischen Teile der Pflanze enthalten oft zu hohe Anteile des Withanolids A, das in hohen Dosierungen cytotoxische Wirkungen entwickeln kann. Cytotoxizität bedeutet die Fähigkeit einiger chemischer Substanzen, Zellen und Gewebe zu schädigen. Das sollte beachtet werden und die Beeren sind nicht genießbar, auch das solltest du wissen. Manchmal kann es zu Durchfällen kommen, was aber nicht als negativ einzuordnen ist. Im Gegenteil. Der Darm reagiert gerne mit Durchfall auf adaptogene Pflanzen, weil sie durch ihre ausgleichende Wirkung auch beim Auszuleiten helfen, was wiederum bedeutet, dass der Körper Parasiten ausscheiden kann.

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Ashwaganda ayurvedisch

Nach der indischen Signaturenlehre senkt Ashwaganda Vata und Kapha.

In der indischen Gesundheitslehre wird die Wurzel seit Jahrtausenden bei vielfältigen Beschwerden eingesetzt, die einer Erhöhung des Vata zugeordnet werden. Vata gehört neben Pita und Kapha zu den drei Lebensenergien, den Doshas. Es bezeichnet das Bewegungsprinzip und reguliert Kreislauf und Stoffwechsel, sowie sämtliche körperlichen wie geistiger Bewegungsabläufe. Einer Vatastörung werden in der Ayurveda-Medizin viele Symptome im neurologischen Bereich zugeschrieben, vom Schwindel bis zum Nervenschmerz, psychischen Erkrankungen, Schlaflosigkeit, Ängsten und Unruhe.

Besonders bei Schlafstörungen (auch durch den Wechsel bedingte Schlaflosigkeit) findet Ashwagandha als Tonikum, Pulver oder Pressling Anwendung. Aber es wird auch als Aphrodisiakum bei Mann und Frau eingesetzt.

Auch bei einer stressbedingten Überlastung, die zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion entstehen lassen kann, ist die Winterkirsche als Adaptogen einen Versuch wert, da die Pflanze die stressbedingte Erschöpfung lindern und die Schilddrüsenhormonproduktion ankurbeln kann.

CAVE: Wenn du eine Schilddrüsenüberfunktion hast, bestimmte allopathische Medikamenten einnimmst, die den Serotonin-Stoffwechsel beeinflussen, solltest du dich mit deinem Arzt oder Therapeuten vorher absprechen.

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Was du noch zu Adaptogenen wissen solltest

Obwohl Adaptogene auch langfristig eingenommen nicht die schädlichen Nebenwirkungen von Stimulanzien aufweisen, werden regelmäßige Einnahmepausen von mehreren Wochen empfohlen. Möglich ist natürlich auch verschiedene Adaptogene im Wechsel einzunehmen. Als Faustregel für die meisten Adaptogene gilt: Anwendung für 3 Monate – Pause von 2 bis 3 Wochen – erneute Anwendung. Die Natur bietet dir ein reiches Angebot an natürlichen Wirkkomplexen zur Unterstützung deiner Nebennierenfunktion.

Jede Pflanze umfasst eine Vielzahl an biologisch aktiven Inhaltsstoffen und zeichnet sich durch ein einzigartiges Wirkprofil aus. Was bei wem zur Linderung der Beschwerden beiträgt, ist individuell verschieden und schwer vorhersagbar. Oft empfiehlt sich daher eine Kombination aus verschiedenen Herangehensweisen, um schnellstmöglich von der gewünschten Wirkung zu profitieren.

Wenn mehrere Adaptogene kombiniert werden – was sich anbietet, um möglichst synergistische Wirkungen zu nutzen – sind überwiegend deutlich geringere Einzeldosierungen nötig. Auch das solltest du mit deinem Therapeuten abklären und es ggf. kinesiologisch austesten lassen.

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Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen können die Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen – sie sind keine medizinischen Anweisungen. Die Informationen dienen der Vermittlung von Wissen und können die individuelle Betreuung bei einem Sprechstundenbesuch nicht ersetzen. Die Umsetzung der hier gegebenen Empfehlungen sollte deshalb immer mit einem qualifizierten Therapeuten abgesprochen werden. Das Befolgen der Empfehlungen erfolgt auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung

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