Rapsöl und kein Ende?

Die Einschränkung von hilfreichen Nahrungsergänzungsmitteln, Kräutern,- Tinkturen, – reinen Zutaten ist ein Problem. Wir erleben alle seit Jahren, wie die Pharmaindustrie ihren Fuß in jegliche „natürliche-Heilung-Türe“ stellt. Die Aufklärung zu vielen Stoffen ist mangelhaft und/oder einseitig. Die Frage, ob hier reine Profitgier im Raum steht, darf sich jeder selber beantworten, ebenso die ethischen Hintergründe, sofern sie überhaupt existieren. Wir schauen nun ein weiteres Mal genauer bei der sprunghaft ansteigenden Nutzung von Rapsöl hin, nicht nur im Bioladenbereich, sondern auch im Nahrungsergänzungsmittelbereich.

➥ Autor: Barbara M. Thielmann

Der Einsatz von Rapsöl in Nahrungsergänzungsmitteln und Gewürzölen

Nicht alle Vitamine oder Enzyme sind wasserlöslich. Siehe zum Beispiel Vitamin D3, welches sich erst im Zusammenhang mit Fett richtig entfalten und vom Körper aufgenommen werden kann. Vorzugsweise hat man in den letzten Jahren in solchen Fällen auf mittelkettige Triglyceride als Trägerbasis zurückgegriffen. MCT – Öle basieren auf Kokosölauszügen. Im Lebensmittelbereich finden wir Gewürz,- und Feinschmeckeröle wie Chili,- Rosmarin,- Trüffel,- oder Zitronenöl, um nur ein paar zu nennen. Sie basierten bis vor einiger Zeit auf kaltgepresstem Ölivenöl oder auch Sonnenblumenöl als Trägerbasisöl.

Das hat sich geändert. Immer mehr Firmen tauschen das wertvolle Olivenöl gegen das genmodifizierte Rapsöl aus, welches dann auch noch das Prädikat „bio“ in vielen Fällen trägt. Wir möchten dich mit diesem Artikel anregen, wachsamer zu werden und genauer zu prüfen, was sich hinter den schönen „Bio“ Versprechungen der Nahrungsergänzungsmittelhersteller und der Lebensmittelhersteller tatsächlich versteckt. Da wird weitere Eigenrecherche auch nicht ausbleiben, denn wir möchten dich an dieser Stelle nur sensibilisieren, wie du dann weiter verfährst, liegt ganz bei dir. Damit du das aber kannst, haben wir in aller Kürze noch einmal einige Informationen zum Thema Raps für dich zusammengestellt.

Foto: @sommai via envato.elements

Parallelen zwischen Soja und Raps?

Unbedingt. Beide Stoffe sind im Grunde für Mensch und Tier ungenießbar im Ursprungszustand. Ja sogar schädlich bis tödlich, für Tiere oft sofort, für Menschen erst auf längere Sicht. Soja allerdings kann man in fermentierter Form – und zwar nur so – genießen und es ist dann auch ein schmackhafter Würzfaktor. Fermentiert würde im Falle der Sojapflanze heißen: Sojasauce oder Miso. Miso ist eine dickflüssig, pastöse Substanz und wird aus fermentierten Sojabohnen hergestellt. Das Ergebnis ist als die braune Butter Japans bekannt. Alle anderen Formen von Soja sind für Mensch und Tier nicht geeignet und vor allem kein Eiweißersatz, siehe Tofu und alles, was in dieser Sparte angewandt wird. Dennoch hat man den Lebensmittelmarkt mit Soja überschüttet. Warum? Weil es billig ist!

Das gleiche gilt für Raps, nur gibt es da im Grunde keine Variante, die Raps als Pflanze oder zum Öl aufbereitet in irgendeiner Form als „Biopflanze“ akkreditieren würde. Sogar als Benzinzusatz hat er versagt, die Motoren mögen es nicht und gehen schneller kaputt. Da aber riesige Mengen an Raps vorhanden sind, hat man sich vielleicht gedacht, man „entsorgt“ es im Menschen? Man macht es zum Nahrungsmittel, indem man es etwas verfeinert, modifiziert und kann es nun doch noch gewinnbringend „unter die Leute“ bringen. Und dieser Marketingtrick hat funktioniert. In allen Lebensmittelläden, auch Bioläden, finden wir groß aufgebahrt die Rapsölflasche.

Foto: @baliukhpavlo via envato.elements

Kommerzielle Nutzung contra Gesundheit

Rapsöl ist die weltweit am zweithäufigsten angebaute Ölpflanze und ihre Verwendung in Nahrungsmitteln nimmt weiter zu. Während sich Raps zu einer der beliebtesten Fettquellen in der kommerziellen Nahrungsmittelindustrie entwickelt hat, nehmen die Bedenken bezüglich seiner Auswirkungen auf die Gesundheit immer weiter zu – und das berechtigt!

Raps ist wie Mais ein genmanipuliertes Nahrungsmittel. Das heißt, durch Hinzufügen oder Entfernen bestimmter Qualitäten wurde das genetische Material der Pflanze selber verändert. Man macht das, um Pflanzen wie Mais und Raps widerstandsfähiger gegen Herbizide und Schädlinge zu machen. Alleine das ist ein fragwürdiger Eingriff in die Natur. Denn auch wenn viele Wissenschaftler genetisch veränderte Nahrungsmittel als sicher ansehen, gibt es weit verbreitete Bedenken bezüglich dieser Pflanzen auf die Umwelt, die allgemeine Gesundheit, Kontaminierungen anderer Pflanzen, Besitzrechten und Nahrungsmittelsicherheit. Über 90 % der in Amerika und Kanada angebauten Rapspflanzen sind genetisch verändert. Und auch wenn in vielen Ländern genetisch veränderter Raps, oder Pflanzen im Allgemeinen für den menschlichen Verzehr zugelassen sind, heißt das noch lange nicht, dass sie unschädlich sind. Ganz im Gegenteil: tatsächlich existieren nur sehr wenige Veröffentlichungen bezüglich potenzieller Gesundheitsrisiken. Doch im Falle des kommerziell sehr guten Marketingkonzepts von Raps scheinen die Lämmer mal wieder zu schlafen.

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Das „Neue Rapsöl“ – Lieblingsöl der Deutschen?

In der Tat. Durch die gentechnische Modifizierung wurde der ungenießbare bittere Rapsgeschmack nussig und das Öl selber wurde plötzlich als „sehr gesund“ und avancierte plötzlich zu einem Öl, welches reich an Vitaminen sein soll? Das „neue Rapsöl“ nimmt plötzlich eine wichtige Rolle für eine ausgewogene Ernährung ein. Wie konnte das passieren? Die Antwort lautet euphorisch, dass es an seiner einzigartigen Kombination läge: Vitamin E und eine günstige Fettsäuremischung, wie zum Beispiel der hohe Gehalt an Omega-6-Fettsäuren. Das ist ein Verkaufsargument, aber Werbung und Gesundheitslehre hatten noch nie wirklich etwas gemeinsam.

Verkaufsargument „Rapsöl ist reich an Omega-6-Fettsäuren“

Omega-6-Fettsäuren sind viel häufiger verbreitet in unserer Nahrung als die Omega-3-Fettsäuren. Ein richtiges Verhältnis wäre der Königsweg, aber eben dieses Verhältnis wird kaum gewährleistet, wenn die Menschen mit Rapsöl als Beigabe in einem Großteil von zubereiteten Lebensmitteln (Joghurts, Mayonnaisen, Saucen, Quarks, Aufstrichen etc.) „vollgepumpt“ würden. Einer der Nachteile von Rapsöl ist eben dieser hohe Gehalt an Omega-6-Fettsäuren. Denn gleichzeitig verarmen wir an Omega-3-Fettsäuren aus vollwertigen Nahrungsmitteln ist, was zu einem Ungleichgewicht führt, das dann wiederum Entzündungen fördert, statt sie zu verhindern.

Während das gesündeste Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis bei 1:1 liegt, weist die typische westliche Ernährung eher ein Verhältnis von 15:1 auf!1 Dieses Ungleichgewicht wird mit einer Reihe chronischer Erkrankungen wie Alzheimer, Fettleibigkeit und Herzkrankheiten in Verbindung gebracht2. Das Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis von Rapsöl liegt bei 2:1, was nicht als besonders schlecht erscheinen mag. Da sich Rapsöl jedoch in so vielen Nahrungsmitteln wiederfindet und mehr Omega-6 als Omega-3-Fettsäuren enthält, wird es als eine der Hauptquellen für Omega-6-Fettsäuren angesehen. Um ein ausgewogeneres Verhältnis zu schaffen, solltest Du verarbeitete Nahrungsmittel, die reich an Rapsöl sind, vermeiden und stattdessen durch natürliche Omega-3 Quellen in Form von natürlichen Nahrungsmitteln wie fettem Fisch ersetzen. Am besten aus heimischen Fischzuchten.

Foto: @myrageraldinej via envato.elements

Mögliche Folgen von Hochdosen an Omega-6-Fettsäuren?

Eindeutig entzündungsförderndes Milieu! Ein zu hoher Verzehr von Omega-6-Fettsäuren schafft im Körper ein Milieu, das direkt (über entzündungsfördernde Signalstoffe) oder indirekt (über Transfette und oxidativen Stress) von diesen Fetten begünstigt wird3,4,5.

  • Depressionen
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • Immunschwächen (Dysbalance der Immunzellen)
  • Autoimmunerkrankungen (CED, systemische Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Lupus Erythematodes)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arteriosklerose
  • Hautprobleme (auch chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis)
  • Übergewicht
  • Stimmungsschwankungen
  • Asthma
  • Thrombose
  • Krebs (wird aktuell diskutiert, weil bekannt ist, das chronische Entzündungen nach vielen Jahren zu Krebsgeschehen führen)

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Raps und Nahrungsergänzungsmittel

Unsere Gesellschaft ist immer mehr unterversorgt mit Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen usw. Das ist unserer westlichen, degenerierenden Lebensweise geschuldet. Da wir diese nicht aufgeben (zumindest sieht es derzeit noch nicht danach aus) sind wir also gezwungen, wollen wir nicht am Mangel erkranken und frühzeitig durch die Folgen von Stress und Unterversorgung sterben, bestimmte Dinge zu supplementieren. Allen voran stehen da Vitamin D3 und das Koenzym Q10 in Form von Ubiquinol. Und genau diese beiden Stoffe sind fettlöslich, müssen also dem Menschen mit Fett zugeführt werden, entweder flüssig oder in Kapselform. Bei Vitamin D3 ist das Basisfett bislang MCT-Öl und bei Ubiquinol meist Olivenöl. Das ist aber bei einigen Firmen jetzt plötzlich nicht mehr der Fall. Hier ein Beispiel aus einer Inhaltsangabe für konzentriertes Q10 (Ubiquinol):

Hier ein Beispiel für Vitamin D3

Wir nennen dir hier bewußt keine Namen, aber wir möchten dich sensibilisieren und auffordern, selber zu recherchieren und festzustellen, dass da, wo einst MCT und Olivenöle als Basis verwendet wurden, plötzlich Rapsöl hinzugefügt wird. Warum? Weil es billiger ist, komme selber darauf, was der/die Gründe sein könnten.

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Zusammenfassend lässt sich sagen:

Entzündungen sind heute als wichtige Ursachen zahlreiche chronische Gesundheitsprobleme im Fokus, Omega 6-Fettsäuren nehmen dabei eine wichtige Rolle ein. Es ist daher ratsam, deine Ernährungsgewohnheiten kritisch zu hinterfragen und Lebensmittel mit vielen Omega 6-Fettsäuren wie Rapsöl zu reduzieren.

Welche Öle kannst du stattdessen bevorzugt zu dir nehmen? Hier sind einige gesündere Alternativen für Öle und Fette

  • Olivenöl
  • Kokosöl
  • Bio-Schmalz
  • Hanföl (kalte Verwendung)
  • Leinöl (kalte Verwendung)
  • Schwarzkümmelöl (kalte Verwendung)
  • MCT-Öl

Es gibt viele Studien, die belegen, dass Rapsöl und Hochdosen von Omega-6-Fettsäuren nicht nur nicht zu empfehlen sind, sondern durchaus gesundheitsschädliche Auswirkungen haben. Lese dazu auch gerne unseren Artikel Rapsöl – gentechnisch veränderter Übeltäter

Quellenangabe:

1 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5611753/

2 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23451843/ + https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4808858/

3,4,5 Innes, Jacqueline K.; Calder, Philip C. (2018): Omega-6 fatty acids and inflammation. In: Prostaglandins, leukotrienes, and essential fatty acids 132, S. 41–48. DOI: 10.1016/j.plefa.2018.03.004

Kiecolt-Glaser, Janice K.; Belury, Martha A.; Porter, Kyle; Beversdorf, David Q.; Lemeshow, Stanley; Glaser, Ronald (2007): Depressive Symptoms, omega-6:omega-3 Fatty Acids, and Inflammation in Older Adults. In: Psychosomatic Medicine 69 (3), S. 217–224. DOI: 10.1097/PSY.0b013e3180313a45

Medzhitov, Ruslan (2008): Origin and physiological roles of inflammation. In: Nature 454 (7203), S. 428–435. DOI: 10.1038/nature07201

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