Panchakarma – der ayurvedische Weg zur fünffachen Reinigung

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Panchakarma ist eine ayurvedische, indische Reinigungskur. Das Wort bedeutet in etwa „Fünffaches Tun“ und meint damit, dass der Mensch auf fünf verschiedenen Weisen „gereinigt“ wird. Darunter sind verschiedene Weisen des Ausschleusens von Abbauprodukten des Stoffwechsels. Beispielweise von unverdauten Stoffen der Nahrung (indisch: mala) und Giften aus der Umwelt (indisch: ama). Dasselbe geschieht auch auf mentale Weise: Konflikte und deren geistige Anhaftungen werden entfernt. Schlimme Erfahrungen werden „verdaut und ausgeleitet“. Dabei sind Schwerpunkte, Dauer und Intensität der verschiedenen Bausteine abhängig von der individuellen Verfassung. Während der Kur wird auch die Ernährung individuell auf den Patienten eingestellt. Innerhalb dieses Systems werden die Arten der Ausleitung nach dem Konstitutionstyp des Menschen festgelegt: Ist es eine Vata-, Pitta- oder Kapha-Konstitution? Und welche Körperliche und geistige Kraft hat dieser Mensch? Und welche Krankheit liegt vor?

Die Panchakarma-Kur besteht aus drei Phasen. Die erste, das „Purva Karma“ ist die Vorbereitung auf die Reinigung. Es sind die Ghee-Tage, in denen morgens die erwärmte, geklärte Butter zusammen mit speziellen Kräutern getrunken wird. Dabei geschieht die Ausleitung von Giften. Eine Studie aus dem Jahr 2001 konnte belegen, dass diese 5000 Jahre alte Kur tatsächlich Wirksamkeit zeigt. Untersucht wurde der ayurvedische Baustein „Virechan“, also das Abführen. Die Forscher stellten fest, dass sogar fettlösliche Industriegifte, wie DDT und PCB, durch eine einzige Virechan-Anwendung auf die Hälfte reduziert werden konnten. Es galt bis zu dieser Studie als Faktum, dass solche, im Körper angesammelte Gifte nie mehr entfernt werden können.

Danach folgt die eigentliche Reinigung, das „Panchakarma“. Dabei kommen unter anderem auch – nach Typ verschiedene – ayurvedische Öl-Massagen zur Anwendung. Dadurch werden die im Körper vorhandenen Toxine gelöst, so dass sie in den Magen-Darmtrakt wandern und im Stuhl ausgeschieden werden. Eine anderer Weg geht über die Haut: Schwitz-Dampfbäder bringen den Körper dazu, andere Giftstoffe über den Schweiß durch die Poren aus dem Körper zu transportieren. Eine Methode, die auch durch die nordeuropäische Saunakultur schon sein langen praktiziert wird. Auch die Reinigungeszeremonien der amerikanischen Ureinwohner beinhalten bis heute die Sitzungen in Schwitzhütten und der Anwendung verschiedener Kräuter.

Ist dies erfolgreich abgeschlossen, kommt der Wiederaufbau, das „Paschat Karma“. Nach den Prozeduren der Reinigung und den dadurch stattfindenden Umstellungen des Stoffwechsels und der doch tiefgreifenden Änderung, ist der Körper noch geschwächt. Nun braucht es Anwendungen, die Körper und Geist wieder regenerieren und stärken. Die Harmonie von Körper und Geist unter den neuen Bedingungen wird etabliert. Hierzu werden ayurvedische Medikamente, die „Rasayana“ gegeben. Dabei sind beispielsweise Meditation, Yoga und lange Spaziergänge in freier Natur sehr geeignet. Gleichzeitig wird die Ernährung wieder schonend und langsam auf „normale Kost“ umgestellt. Eine Studie aus 2016 fand auch, dass Panchakarma tatsächlich den Stoffwechsel und Metabolismus grundlegend veränderte.

Wichtig ist dabei, dass der Patient viel Zeit, Ruhe und geistigen Raum hat, um den körperlichen und geistigen Wandel bewusst zu unterstützen. Eine Panchakarma-Kur kann man nicht schnell noch nach Feierabend machen.

Jede der Anwendungen dient der Ausleitung von Giften und belastenden Stoffen. Diese Ausleitungen erfolgen über Mund, Darm, Nase und Haut. Dazu werden individuell erstellte Abführmittel (Virechan) und pflanzliche Einläufe (Basthi), Brechmittel (Vaman), Nasenspülungen (Nasya) oder auch ein Aderlass eingesetzt. Äußerlich wirken Massagen und Dampfbäder.

Diese Kur hat sich besonders bewährt bei chronischen Krankheiten. Gerade bei Problemen, die durch übermäßigen Dauerstress und/oder falsche Lebensweise entstanden sind, ist die Panchakarma-Kur hilfreich: Burnout, Migräne, Neuralgie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vegetative Störungen und Bluthochdruck. Aber auch in der begleitenden Nachsorge bei Operationen, Krebs oder auch nach Schlaganfällen. Atemwegserkrankungen, insbesondere Asthma können damit abgemildert werden oder ausgeheilt. Es hilft bei chronischen Krankheiten, wie bei Magen-Darmerkrankungen wie Reizdarmsyndrom, Kolitis, Stoffwechselstörungen, Hautproblemen, Gelenkproblemen. Eine neue Studie aus 2020 über die Anwendung „Churna Basti“ bei Rheumatoider Arthritis zeigte, dass hier gute Erfolge erzielt werden konnten.

Man muss nicht unbedingt krank sein, um von einer Panchakarma-Kur zu profitieren. Auch für die, die ihre Gesundheit pflegen möchten und mehr Lebensqualität gewinnen, ist Panchakarma ein Gewinn.

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Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen, von Jana Witschetzky, können die Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen – sie sind keine medizinischen Anweisungen. Die Informationen dienen der Vermittlung von Wissen und können die individuelle Betreuung bei einem Sprechstundenbesuch nicht ersetzen. Die Umsetzung der hier gegebenen Empfehlungen sollte deshalb immer mit einem qualifizierten Therapeuten abgesprochen werden. Das Befolgen der Empfehlungen erfolgt auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung.

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