Molybdän – macht nicht nur Stahl stark

Heute stellen wir Euch einmal ein sehr seltenes Thema im Bereich Gesundheit vor: Molybdän.

Wir kennen es aus der Stahlindustrie. Dort dient es in Legierung mit Stahl dazu, den berühmten V4A-Stahl zu bilden, der fast absolute Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion verleiht. Stahl, das sich gegen Salzwasser, gechlortes Wasser in Schwimmbädern und andere aggressive Chemikalien behaupten muss, ist mit zwei Prozent Molybdän versetzt.

Diese Verwendung kennen wir, aber nicht, dass es ein lebenswichtiges Spurenelement für alles Leben ist. Allerdings nur in winzigen Mengen.

Produkt zur Sendung: Das Geheimnis der Spurenelemente und Aminosäuren

Die Bezeichnung kommt aus dem Altgriechischen „Molybdos“ und bedeutet Blei. Das kommt daher, dass man es Jahrhundertelang für einen Bestandteil des Bleierzes gehalten hat. Früher hieß der Stoff „Bleiglanz“ oder man verwechselte ihn mit Graphit. Dabei ist es ein „Übergangsmetall“ in die Gruppe der Schwermetalle und gehört chemisch zur Chromgruppe.

Wie gesagt, es ist ein für den Menschen lebensnotwendiges Spurenelement. Unser Körper enthält ungefähr 8 bis 10 Milligramm Molybdän, das ist eine winzige Menge. 60 Prozent davon sind in den Knochen enthalten.

So wenig es auch ist, es erfüllt essenzielle Funktionen. Alle Enzyme, die Eisen enthalten, brauchen Molybdän. Molybdän aktiviert zahlreiche Eiweiße, sodass sie im Körper ihre Funktion als Enzyme erfüllen können. Auch der Stoffwechsel, der organischen Schwefel in Aminosäuren und Harnsäuren einsetzt, braucht Molybdän. Zum Beispiel das Enzym „Xanthinoxidase“, was Purine zu Harnsäure abbaut, benötigt dazu verschwindend geringe Mengen am Molybdän – aber ohne geht es nicht. Außerdem ist Molybdän auch am Alkoholabbau in der Leber beteiligt.

Harnsäure ist eines der körpereigenen Antioxidantien und fängt die hochreaktiven, das Gewebe schädigenden, freien Radikalen ab. Ein guter Harnsäurespiegel ist daher wichtig – und den gibt es nur dank Mikrospuren von Molybdän.

Das Übergangsmetall ist zudem ein sogenannter Co-Faktor der NADH-Dehydrogenase. Dieses NADH ist ein Brennstoff für die Energieproduktion in den Zellen. Fehlt das NADH, hat die Zelle weniger Energie zur Verfügung. Je mehr Energie sie hat, desto besser ist ihre Funktionsfähigkeit.

Foto: @stockfilmstudio via envato.elements

Und noch einen wichtigen Job macht das Molybdän

Es ermöglicht die Speicherung von (natürlichen!) Fluoriden in den Zähnen und macht es der Karies schwer, die Zähne zu zerstören. Und es beugt Allergien vor.

Weil man nur sehr wenig Molybdän benötigt, ist ein Molybdänmangel ausgesprochen selten. Bei besonderen Belastungen oder sehr schlechter, einseitiger Ernährung kann es jedoch dazu kommen. Das Problem: Die Symptome sind völlig unterschiedlich und werden oft nicht erkannt, weil kaum ein Arzt Molybdänmangel auf dem Schirm hat. Die Beschwerden werden oft als Reizdarm, Herzkrankheiten, Allergien oder manisch-depressive Störungen verkannt und falsch behandelt. Symptome von Molybdänmangel sind:

  • Chronische Darmentzündungen
  • Bauchkrämpfe, Übelkeit, Durchfälle
  • Schleimhautentzündungen
  • Morbus Crohn
  • Chronisch gestörte Darmflora
  • Mangel an Harnsäure – und dessen Auswirkungen
  • Nervenfunktionsstörung (auch im Gehirn)
  • Herzrasen
  • Kurzatmigkeit, Atembeschwerden
  • Benommenheit
  • Jucken, Schwellungen, häufige Hautinfektionen
  • Schwankende Stimmung
  • Zahnfäule
  • Osteoporose
  • Gelenkschmerzen

Bei einer gesunden Ernährung kann Molybdänmangel eigentlich gar nicht auftreten. Allerdings ergeben sich durch die moderne Ernährung und Belastungen doch bei bestimmten Gruppen solche Mangelsituationen. Sie entstehen meistens bei zu wenig natürlichem Molybdän in der Nahrung oder bei besonders hohem Bedarf an diesem Element durch hohen Verbrauch aufgrund besonderer Belastungen. Dabei muss das gar nicht eine Unterernährung – also zu wenig zu essen – sein. Oft ist die Ernährung vom Energiegehalt durchaus ausreichend, aber bietet keine Spurenelemente, Mineralien und Vitamine, weil sie aus billigen industriell gefertigten Zutaten besteht.

Also bei:

  • Fehlernährung mit stark verarbeiteter, industriell hergestellter Nahrung mit hauptsächlich billigen Füllstoffen und wenig natürlichen und frischen Zutaten (manche Alters- und Pflegeheime, schlechte Kantinen, stark einseitige Ernährung mit Fertiggerichten),
  • erhöhter Belastung mit Chemikalien,
  • hohem oxidativen Stress,
  • stark gestörter Darmflora (bedingt sich gegenseitig)
  • gichtähnlichen Symptomen
  • Kupfermangel

Foto: @Dream79 via envato.elements

Molybdänmangel ausgleichen

Bei so geringen Mengen, die der Körper an Molybdän benötigt, ist er Mangel normalerweise bald behoben. Wer vermutet, er könnte unter einem Molybdänmangel leiden, sollte seinen Spiegel messen lassen. Erst dann kann der Bedarf genau ermittelt werden. Tückischerweise können nämlich Durchfälle und Gelenkschmerzen sowohl einen Molybdänmangel, als auch einen Überschuss anzeigen.

Aufgrund der relativ schwachen Toxizität von Molybdän sind Dosierungen erst ab 10–15 Milligramm gefährlich, weil sich die Harnsäure stark erhöht und zu gichtähnlichen Symptomen führt. Molybdän ist in den frei erhältlichen Nahrungsergänzungsmitteln meist als Natriummolybdat enthalten. Aber nur in einer Dosierung von nur 200 µg (Mikro-Gramm, also ein Tausendstel Milligramm) und somit unbedenklich. Außer, wenn man an einem Überschuss an Molybdän leidet. Der kann aber nur unter bestimmten Umständen auftreten.

Solche Wirkungen konnten zum Beispiel bei Arbeitern in chemischen Industrien, wie in Gießereien und Farbherstellung beobachtet werden. Sie zeigten auffallend häufig diese Gicht-Symptome.

Der normale, tägliche Molybdänbedarf liegt etwa bei 0,05 bis 0,1 Milligramm. Am besten ist es, natürlich gezogene Lebensmittel, möglichst nicht hoch prozessiert, auf den Speiseplan zu setzen, die von Natur aus mehr Molybdän in bereits organisch gebundener Form enthalten. Das ist vollkommen ausreichend. Solche Lebensmittel sind vor allem.

  • Hülsenfrüchte
  • Milchprodukte
  • getrocknete Früchte,
  • Getreide und Vollkornbackwaren
  • Eier
  • Innereien

Hier noch eine Tabelle der am meisten Molybdän enthaltenden Lebensmittel:

10 Molybdänreiche Nahrungsmittel enthalten pro 100 Gramm je Mikrogramm (mcg) Molybdän:

Sojamehl180 mcg
Rotkohl120 mcg
weiße Bohnen100 mcg
Naturreis80 mcg
Kartoffeln5-85 mcg
Trockenerbsen70 mcg
Spinat50 mcg
grüne Bohnen43 mcg
Weizenvollkornbrot31 mcg
Schweinefleisch27 mcg

150 mcg Molybdän sind enthalten in

Weizenkeime50 g
Hülsenfrüchte75 g
Eier3
Innereien200 g
Gemüse, Getreide250 g
Kartoffeln, Nudeln, Reis330 g
Fleisch500 g

Die meisten von Euch dürfte dieses Thema kaum betreffen, denn wer sich für gesunde Ernährung interessiert, wird kaum an Molybdänmangel leiden, außer, Du gehörst zu den Risikogruppen, die einen deutlich erhöhten Bedarf haben. Insbesondere, wenn mehrere Symptome von Molybdänmangel aus der Liste auf Dich zutreffen, solltest Du eine Messung machen lassen und einen versierten Arzt aufsuchen.

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Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen können die Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen – sie sind keine medizinischen Anweisungen. Die Informationen dienen der Vermittlung von Wissen und können die individuelle Betreuung bei einem Sprechstundenbesuch nicht ersetzen. Die Umsetzung der hier gegebenen Empfehlungen sollte deshalb immer mit einem qualifizierten Therapeuten abgesprochen werden. Das Befolgen der Empfehlungen erfolgt auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung

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