Lebe Dein Leben! Es hilft Dir selbst, aber auch Deinem Umfeld

Viele Menschen meinen, sie dürften nicht so sein, wie sie sind. Schon gar nicht dürften sie sich mit den Eigenschaften, die sie mit der Geburt geschenkt bekommen haben, vom Durchschnitt abheben. Doch nur, wenn Du der bist, der Du wirklich bist, bist Du selbst frei. Mehr noch. Auch Deine Mitwelt wird dadurch befreit. Hier erfährst Du, warum das so ist.

Autor: Andreas Müller-Alwart

➥ Buch: Was wir sind und was wir sein könnten

Geboren in eine soziale Gemeinschaft, in der eine bestimmte, dem Jahrzehnt entsprechende Etikette gerade erwartet wird, ordnen sich viele Menschen rasch ein, suchen sich eine „passende“ Rolle. Das Leben beginnt dann wie ein kleiner Bergbach vor sich hin zu plätschern. Mit dieser Anpassung hat man oft gute Erfahrungen: Man eckt nicht an, findet einen passablen Job, gründet vielleicht eine Familie und baut ein Haus. „Ein Mann sollte einmal in seinem Leben, einen Baum pflanzen, eine Familie gründen und ein Haus bauen“ – der Volksmund kennt solche und ähnliche „Weisheiten“, die das Wohlgefühl in dieser angepassten Welt verstärken.

Kennst Du das?

Aber kennst Du das? In Dir sagt eine Stimme und in Dir spürst Du ein Gefühl, dass das doch noch nicht alles sein kann? Du hinterfragst das und erhältst als Antwort. „Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst.“ Das soll Dir sagen, Deine Erwartungen zu überdenken und einfach zufrieden zu sein. So wie es ist, so ist es halt. Und warum fühlt sich das im Inneren dennoch so an, als ob Du damit nicht dem eigentlichen Leben gerecht wirst? „Sei Du selbst – alle anderen gibt es schon“, meinte der bekannte Buchautor Oscar Wilde. Ja, was denn nun: Wenn Du wirklich Du selbst bist, so bist Du vielleicht nicht mehr konform zur Mitwelt, in der Du Dich befindest. Folgst Du aber den Konditionen der Mitwelt, so lebst Du vermutlich nicht nur nicht Dein Leben, sondern Du unterdrückst und erfährst vielleicht gar nie, wer Du wirklich bist und warum Du hier bist.

Was führt Dich aus diesem Dilemma heraus?

Es ist klug, erst einmal das anzunehmen, was da ist. Es ist wie es ist und alles darf so sein. Es hat einen Sinn, dass es so ist. Das bedeutet Zufriedenheit mit dem, was ist, und das ist einer der Faktoren für den Zugang zu Deinem eigenen Leben, zu Deiner Berufung. Warum? Weil Zufriedenheit ein Zustand der Fülle ist. In der Zufriedenheit bist Du dankbar dafür, wie es ist und wie Du bist. Du bist nicht im Mangel, der Dein Denken und Fühlen behindern würde. In der Dankbarkeit für das, was ist, hast Du ein Fundament für das Leben.

Doch was tun mit der von der Gesellschaft erwarteten und offensichtlich notwendigen Anpassung? Hier liegt die Kunst des Lebens immer darin, die Balance zu finden zwischen einem sinnvollen Einfügen in die Lebensgemeinschaft. Du willst wie alle Menschen verstanden und geborgen sein, geliebt und respektiert werden – und dem Bewahren dessen, was Deine Werte sind und was Dich als Individuum ausmacht. Du hast mit Sicherheit eine Vielzahl von Freunden und Bekannten um Dich herum versammelt, die eben gerade das schätzen, was Du bist. Intuitiv hat sich das so ergeben:

„Zeige mir Deine Freunde und ich sage Dir, wer Du bist“, weiß der Volksmund.
Je mehr Du zeigst, wie Du wirklich bist, desto mehr wirst Du auch diejenigen Freunde und Bekannte anziehen, die es Dir leichter machen, sowohl ein angepasster Teil einer Mitwelt zu sein, als auch Dein eigenes Leben zu führen. Und diese Freunde und Bekannten werden dann auch Dich fast zwangsläufig dabei unterstützen, Dein eigenes Leben zu leben und Deine eigene Berufung zu finden.

Sobald sich Deine Lebensumstände ändern, ändert sich auch Freundes- und Bekanntenkreis. Foto: @twenty20photos via envato.elements

Die neuen Begleiter

Dies kennst Du mit Sicherheit bereits: Sobald sich Deine Lebensumstände – ob gewollt oder nicht spielt da keine Rolle – ändern, ändert sich auch ein Teil des Freundes- und Bekanntenkreises. Auch dies ein Grund, warum es Dir so schwerfällt, die oft dringend erforderlichen Veränderungen in Deinem Leben zu vollziehen: Du weißt nur zu gut, dass ein Teil Deiner bisherigen Geborgenheit in einer Gemeinschaft dabei auf der Strecke bleibt. Hier ist es hilfreich, zu wissen: Diese entstehenden Lücken in der Gemeinschaft sind sinnvoll. Darin siedeln sich neue Freunde und Bekannte an, die Dir jetzt auf der nächsten Etappe Deines Lebensweges weiterhelfen. Neuer Lebensweg: Neue Begleiter. Der Verlust einiger Freunde und Bekannten ist gleichermaßen die Chance auf den Gewinn neuer Freunde und Bekannten. Du nimmst ja auch nicht einen Reiseführer, der sich für die Griechenlandreise als bewährter und erfreulicher Begleiter offenbart hatte, auf die Tour durch Argentinien mit.

Stell nicht Dein Licht unter den Scheffel“

Wenn Du Deine Fähigkeiten und das, was Dich ausmacht, unterdrückst, so läufst Du nicht nur Gefahr, krank zu werden, sondern Du hilfst damit auch nicht der Gemeinschaft. Dazu gleich eine Erkenntnis, die Dich vielleicht auch so aufweckt und glücklich macht, wie einst den Autor dieser Zeilen. Schau mal in das Buch der Bücher: Bereits die Bibel ermuntert uns alle, uns nicht zu verstecken. „Stell nicht Dein Licht unter den Scheffel“, steht dort im Matthäus Evangelium geschrieben. Die Website von GEOlino hat dazu eine sehr zutreffende Beschreibung:

Der Ausdruck „sein Licht unter den Scheffel stellen“ stammt aus der Bibel, genauer: Jesus berühmter Bergpredigt. Da heißt es, man zünde „auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind“ (Matthäus 5:14). Ein Scheffel ist ein Behälter, mit dem früher Getreide abgemessen und transportiert wurde. Stellt man nun eine Lampe unter einen Scheffel, ist von deren Licht nichts mehr zu sehen. Im übertragenen Sinne bedeutet die Redensart also „zeig anderen, was Du kannst und weißt, sei nicht zu bescheiden!“

Worin liegt Deine Lebensaufgabe? Foto: @friends_stock via envato.elements.

Du bist die Evolution der Erde

Nicht nur in der Bibel, sondern in praktischen allen „Ratgebern“ der Religionen – einschließlich des Buddhismus – findest Du Hinweise darauf, dass jeder Mensch mit dem Geschenk des Lebens auch eine Aufgabe bekommen hat. Und wie bei einem Spiel – dem Spiel des Lebens eben – darfst Du diese Aufgabe finden und erfüllen. Es geht darum, Dich selbst kennenlernen zu dürfen und um Deinen wert stiftenden Anteil zu wissen. Jeder Mensch ist ein göttliches Wesen. Jeder Mensch hat göttliche Eigenschaften erhalten. Darüber hinaus hat jeder Mensch ausnahmslos spezielle Eigenschaften in einer besonderen Zusammenstellung erhalten, die nur er so erhalten hat, weil der damit der Lebensgemeinschaft etwas Gutes zurückgeben darf. An den besonderen Begabungen und Eigenschaften kannst Du erkennen, worin Deine Lebensaufgabe liegt. Du darfst einen Teil Deiner göttlichen Eigenschaften dazu verwenden, der Erde zu helfen, auf den nächsten „evolutionären Level“ zu gelangen. Ja – auch die Erde hat evolutionäre Zyklen und Du wirst davon beeinflusst, so wie Du auch selbst einen Einfluss darauf hast. Vielleicht ist es sogar ein Anteil, den nur Du beitragen kannst.

Was hält Dich davon ab, so zu sein wie Du bist?

Oft ist es die Angst davor, von der Gemeinschaft ausgeschlossen und nicht mehr geliebt zu werden, wenn Du so bist, wie Du wirklich bist. Als Kind hast Du sehr schnell lernen müssen: Die Liebe der Eltern ist oft nicht bedingungslos und oft nicht grenzenlos. Sie setzt ein Wohlverhalten von Dir voraus. Diese Erfahrung setzt sich bei Verwandten, Bekannten, im Kindergarten, in der Schule usw. zeitlebens fort. Viele Menschen in Deinem Umfeld erkennen gar nicht, wer Du wirklich bist. Kaum jemand interessiert sich dafür, wer Du wirklich sein könntest. In seinem Buch „Was wir sind und was wir sein könnten“, geht Gerald Hüther intensiv auf das Thema ein. (3)

Was hält Dich davon ab, so zu sein wie Du bist? Foto: @halfpoint via envato.elements

Der Balanceakt des Lebens

Wie schon erwähnt: Das Leben ist die Kunst zwischen Eigensinn und eigenen Werten auf der einen Seite und Gemeinsinn und gemeinsamem Fortkommen auf der anderen Seite die richtige Balance zu finden. Unsere Angst wurzelt ganz tief noch in einer Zeit, in der ein eigensinniger Einzelgänger auf Dauer kaum eine Überlebenschance gehabt hätte. Der Schutz und die Stärke der Gruppe sind bei uns als elementare Überlebensstrategien eingeprägt. Schon mal allein gegen den Säbelzahntiger gekämpft? Oder allein ein Mammut erlegt, heimgetragen und filetiert? Die Angst, ausgeschlossen zu werden aus einer Gruppe, die Sicherheit und Geborgenheit gibt, ist also durchaus sinnvoll und begründet – auch wenn der Säbelzahntiger und das Mammut nicht mehr unter uns weilen. Es geht um die Balance und es geht um einen Irrtum, den der Autor Harper Collins so beschrieb:

„Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich machtvoll sind.“ (2)

Spürst Du, was dieser Satz mit Dir macht? Vielleicht magst Du ihn noch einmal lesen und tief durchatmen. Noch einmal – diesmal persönlicher formuliert:

„Meine tiefste Angst ist nicht, dass ich unzulänglich bin. Meine tiefste Angst ist, dass ich unermesslich machtvoll bin.“ (2)

Harper Collins spitzt es noch einmal zu: „Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit.“ (2)

Diese Erkenntnis hat etwas Befreiendes. Die Mitwelt ist, wie sie ist. Und Du bist, wie Du bist. Beides darf sein. Es gibt diesen Gegensatz zwischen Anpassung an eine Gemeinschaft und dem Erkennen und Ausleben Deines Selbst nicht in der Weise, in der Du vielleicht bis hierhin gedacht hast.

Du bist ein Kind Gottes. Foto: @lummoss via Twenty20 via envato.elements.

Strahlen wie die Kinder

Du wirst es gleich noch sehen: Das Befreiende, das hier gerade zum Greifen nahe ist und das Du fühlen darfst, bezieht sich nicht nur auf Dich selbst. Du bist ein Kind Gottes. Dich klein zuhalten, dient der Welt nicht. Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, wenn Du Dich kleiner machst, damit andere um Dich herum sich nicht verunsichert fühlen. Wir sollen strahlen wie die Kinder – wie diese leuchtenden Augen dieser wunderbaren Kristallkinder, die voller Vertrauen und Zuversicht strahlen. Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit dieser ganzen Schöpfung zu verwirklichen, die in uns ist. Sie ist in jedem Einzelnen.

Wenn Du auf diesem Weg unterwegs bist, so kannst Du nichts falsch machen, so wirst Du nicht krank werden und so dienst Du der Gemeinschaft am meisten. Du fällst niemandem zur Last. Andere können Dich so sehen und annehmen, wie Du bist. Das Rätselraten um den wirklichen Menschen hinter einer angepassten Rolle hat ein Ende. Klar: Du wirst im Leben immer wieder unterschiedliche Rollen einnehmen und spielen. Doch fortan wirst Du exakt darum wissen, wann Du dies tust und warum. Darüber hinaus wird es Dich nicht – wie vielleicht bisher – daran hindern, dennoch Deine Wertmaßstäbe zu verfolgen und Deine Dir geschenkten Begabungen zu erkennen und auszuleben.

Befreie Dich und auch die anderen

„Wenn wir unser eigenes Licht erstrahlen lassen, geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.“ (2) Ist das nicht eine wunderbare Erkenntnis? Du dachtest bis dahin, es sei für andere und die Gemeinschaft hilfreich, wenn Du Dein göttliches Wesen unter den Scheffel stellst, wenn Du Dich verstellst. Diese „ver-rückte“ Sichtweise ist hiermit „zu-recht-gerückt“:

„Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben, befreit unsere Gegenwart andere ganz von selbst.“ (2). In diesen Zeiten, in denen Angst und – fast – bedingungsloses Sicherheitsstreben als Folge dieser Angst so sehr in den Fokus unserer Mitwelt geraten sind, führt diese Einsicht vielleicht auch dazu zu verstehen, was gerade bei Dir, aber auch bei vielen anderen passiert. Weder eine Seele, noch ein Geist und schon gar nicht der Körper können sich im Zustand der Angst entfalten. Angst ist ein Zustand des Mangels. Bist Du in der Angst, bist Du nicht zufrieden, bist Du nicht in Sicherheit, fehlt Dir etwas. Befreist Du Dich aus der Angst, bist Du im Hier und Jetzt und in der Zufriedenheit. Dein Leben zu leben ist also nicht etwas, für das Du eine Erlaubnis brauchst, es ist vielmehr das Geschenk Deines Lebens.

Vielleicht magst Du Dir diese Erkenntnis wie ein tägliches Mantra wiederholen, in dem Du Dir sagst: „Ich bin ein göttliches Wesen – ein Kind Gottes. Ich lasse mein eigenes Licht erstrahlen und gebe damit anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.“

Befreie Dich selbst, von Deiner Angst. Foto: @twenty20photos via envato.elements

Persönliches Nachwort

Dem Autor dieser Zeilen wurde die Begabung geschenkt, recht flott und manierlich Texte zu formulieren. Er spürt oft den Flow beim Schreiben, anschließend aber auch die Unsicherheit, ob wohl Inhalt und Sprache beim Leser ankommen werden. Auch das ist eine Form der Angst, nämlich diejenige, von der Lesergemeinschaft aufgenommen und verstanden werden zu wollen. Doch wie viel Kritik und Unmut der Autor auch bekäme: Er würde niemals darauf verzichten, über die Dinge zu schreiben, für die er einen Auftrag und die Begabung erhalten hat: Zufriedenheit, Dankbarkeit und Glücksmomente sind die Folge. Wenn der ein oder andere Leser – also Du – aus diesen Zeilen die gleiche Erkenntnis gewinnt, dann wurde das strahlende Licht wieder ein Stück weitergetragen. Und wenn es nur einen weiteren gäbe, der hieraus etwas für sein Leben sinnvolles erlesen hätte, so wäre wieder ein Teil der Lebensaufgabe des Autors erfüllt.

Quellen- und Literaturverzeichnis:
(1) https://www.geo.de/geolino/redewendungen/6023-rtkl-redewendung-sein-licht-unter-den-scheffel-stellen
(2) „A return of love“ – Reflections on the Principles of „A course in miracles“ Harper Collins, 1996
(3) „Was wir sind und was wir sein könnten“, Gerald Hüther, Fischer-Verlag, 2011
(4)„Ein Kurs in Wundern“ – Textbuch, Übungsbuch, Handbuch für Lehrer, Greuthof-Verlag, 13. Auflage, 2018

Videotipps:

(1) „Was wir sind und was wir sein könnten“, Gerald Hüther, YouTube-Video:

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