Der Neembaum kann sich selber schützen – und sein Öl schützt uns

Wir wissen, dass Pflanzen Stoffe bilden und Mittel finden, um sich gegen Fressfeinde und gefährliche äußere Einflüsse zu wehren. Sie stellen sozusagen ihre eigene Apotheke und Waffenkammer zusammen. Sie bilden Bitterstoffe, Harze oder sogar Gifte, um ihre Wunden heilen oder um hungrigen Tieren den Appetit verderben. Sie wappnen sich mit einer dicken Wachsschicht auf den Blättern gegen zu hohe Wasserverdunstung. Sie drohen mit Stacheln, um gierige Mäuler abzuschrecken. Pflanzen sind durchaus wehrhaft und ihre eigene Medizin sehr effektiv. So wie auch der Neembaum!

Einer in der Königsklasse ist der Neembaum

Das Neemöl, was er bildet, enthält so viele wirksame Abwehrstoffe, die ihn vor Schädlingen aller Art schützen. Das intensiv riechende Öl benutzen daher auch die Menschen in Indien und Pakistan als hocheffektive Medizin für alle möglichen Probleme.

Der Neembaum kann eine Höhe von 20 Metern erreichen und bildet olivenähnliche Früchte, in denen die hartschaligen Samenkerne stecken. Aus diesen gewinnt man das Neemöl. Das ist zwar im ganzen Baum vorhanden, aber die höchste Konzentration befindet sich in den Kernen, die nämlich 40% aus Öl bestehen. Aber auch die Blätter haben einen ziemlich hohen Ölanteil.

Das Neemöl ist ideal zur Bekämpfung von Parasiten

Läusen, Maden, Raupen usw. und wird daher auch immer mehr als natürliche Schädlingsbekämpfung im Garten eingesetzt. Gerade die dem Gärtner verhassten Nematoden bekommt man mit Neemöl gut in den Griff. Aber auch Läuse, Spinnmilben und die kleinen Fliegen, die sich gern in den Blumentöpfen tummeln, verschwinden nach Behandlung mit Neem-Öl vom Neembaum. Genauere Anleitungen findet man auf Gartenseiten und in einschlägigen Büchern.

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Neemöl ist für Mensch und Tier eine gute, unschädliche und wirksame Naturmedizin. Schon der Name sagt es: Neem (gesprochen „Niehm“) stammt aus dem Sanskrit und bedeutet „Erleichterer von Krankheit“. In Indien und Pakistan gilt das Öl schon seit ca. 2000 Jahren. Man wendet es gegen Anämie an, bei Bluthochdruck, gegen Geschwüre, Nesselsucht und bei Hepatitis. Auch bei ernsthaften Krankheiten kann dieses natürliche Baumöl erstaunlich gut helfen: Lepra, Schilddrüsenprobleme, Krebs und Diabetes können unter der Behandlung mit Neemöl deutliche Besserung erfahren oder sogar geheilt werden. Viele benutzen es auch für die Mundhygiene.

Einer der effektivsten Wirkstoffe im Neemöl ist Azadirachtin

Es hat eine sehr ähnliche Wirkung wie das Hormon Ecdyson. Viele Tiere produzieren es, besonders Insekten, Spinnen und es hat mit ihrer Häutung zu tun. Das Azadirachtin verhindert die Häutung und die Vermehrung dieser Tiere.

Weitere Inhaltsstoffe vom Neembaum, wie Salannin und Meliantriol hält Insekten fern und tötet Parasiten ab. Und das ist nicht alles: Nimbin und Nimbidin wirkt sogar antiviral. Dennoch sind die einzelnen Wirkstoffe allein nicht so effektiv, wie der ganze Cocktail von mehr als 100 Wirkstoffen, die sich gegenseitig verstärken und modulieren. Es gibt kaum ein Leiden, das nicht durch Neem, die Dorfapotheke Indiens gelindert und behandelt werden könnte. Dabei variieren die Inhaltsstoffe des Neemöls, je nachdem, ob es aus der Rinde, den Samen oder den Blättern gewonnen wurde. In der indischen, ayurvedischen Heilkunde spielen diese Extrakte eine große Rolle.

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Anwendungen für Neebaumöl sind beispielsweise:

  • Antivirale Kur
  • Akne
  • Asthma Bronchiale
  • Blutarmut
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Entzündungen
  • Erkältung
  • Fieber
  • Geschwüre
  • Gebärmutterhalsentzündungen (Cervicitis)
  • Hautkrankheiten
  • Hepatitis
  • Herpes
  • Hoher Cholesterinspiegel
  • Husten
  • Immunstärkung
  • Kopfläuse und anderes Ungeziefer
  • Krebs
  • Lepra
  • Mundschleimhautentzündung
  • Nesselsucht
  • Parasitenbefall
  • Psychische Erkrankungen
  • Pickel
  • Pilzerkrankungen, wie Nagelpilz, Fußpilz, Scheidenpilz …
  • Rheuma
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Schuppen
  • Verdauungsstörungen
  • Wurmbefall
  • Zahnfleischerkrankungen
  • Zeckenabwehr
  • Zur Zahnhygiene
  • Zur Verhütung

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Die Rinde

Biochemische Untersuchungen haben ergeben, dass die Rinde des Neembaumes viele Radikalenfänger (Katechinen) enthält. Das ist einer der Bestandteile, die Krebserkrankungen vorbeugen können. Und es sind viele Wirkstoffe darin, die das Immunsystem auf Leistung bringen. Wenn das Immunsystem sozusagen „auf Zack“ ist, erledigen sich schon viele Beschwerden von selbst, weil der Körper stark genug ist, um es mit den Eindringlingen, wie Viren, Bakterien und den Ursachen von Entzündungen aufzunehmen.

Studien weisen eine hohe antibakterielle Wirkung von Neemprodukten nach. Es wirkt beispielsweise sogar gut gegen das berüchtigte Bakterium Staphylococcus aureus, das zu Hautentzündungen, Muskelerkrankungen oder eine Lungenentzündung führen kann.

Indische Forscher von der Andhra University haben durch Experimente festgestellt, dass Neemextrakte gegen 14 Bakterienstämme wie z. B. Klebsiella pneumoniae wirken ( ein Bakterium, das Infektionen der Harnwege auslösen kann. Da viele der untersuchten Bakterienstämme mittlerweile gegen alle Arten von Antibiotika resistent sind, ist Neem eine sehr wichtige Alternative

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Die Blätter

Ein Tee oder Aufguss von Neemblättern (die man getrocknet kaufen kann) sollte immer mit maximal 75 °C aufgegossen werden, sonst zerstört man einen Teil der Inhaltsstoffe. Man nimmt pro Tasse eine Teelöffelspitze getrocknete Neemblätter.

Bei Atemwegsbeschwerden, wie Asthma, Husten und Erkältung, kann man auch die durch die Wärme frei werdenden Öle aus den Blättern inhalieren. Wer keinen Inhalator hat, der gießt einfach die Blätter in einer Schüssel mit heißem Wasser auf und legt sich ein Handtuch wie ein Zelt über den Kopf. Darunter atmet man die Dämpfe über der Wasseroberfläche ein. Das hat noch den Vorteil, dass die Gesichtshaut nebenbei eine kosmetische Behandlung abbekommt.

Bei Hautproblemen empfiehlt sich ein Bad. Dazu sollte man die Blätter 24 Stunden in Wasser einweichen lassen und dann zum warmen Badewasser geben. Auch hier gilt: Gleichzeitig atmet man die Dämpfe ein und hat nebenbei der Lunge einen Dienst getan.

Wer eine Gesichts-Intensivbehandlung möchte oder ein Hautproblem hat, das er direkt und intensiv behandeln möchte, kann die getrockneten Blätter zu Pulver verreiben. Das mit warmem Wasser aufgequollene Pulver auf das Gesicht auftragen, oder die Hautstelle, die einer Behandlung bedarf.

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Die Samen

Die Inder verwenden das Öl aus dem Samen und dem Fruchtfleisch in erster Linie als ein Mittel gegen Diabetes. Dort nimmt man auch nach dem Essen statt eines Kräuterbitters, wie wir ihn hier kennen, ein oder zwei bittere Neem-Samenkerne. Das fördert die Verdauung, macht einen „guten Magen“ und tötet die Bakterien im Mundraum, die es sich auf etwaigen Speiseresten kommod machen wollen.

Das Neemöl aus den Samen …

… ist der Star der Neembaumprodukte. Es kann innerlich und äußerlich angewandt werden. Es hilft bei allem, was wir bisher aufgezählt haben. Und es ist gleich gebrauchsfertig und sehr intensiv.

Nicht nur Pflanzen haben Parasiten, Menschen auch. Mit Neembaumöl kann man effektiv dagegen vorgehen. Als Abschreckung gegen Milben, Läuse, Zecken aufgetragen wirkt es fantastisch. Man sollte es aber nicht unverdünnt auftragen, außer als Tropfen auf eine Zecke. Wird Neembaumöl großflächiger aufgetragen, sollte man es mit einer Bodylotion oder Körperöl vermischen. So verhindert man Hautreizungen.

Produkte aus dem Neembaum sind schon allein eine umfassende Hausapotheke und sollten in keinem Haushalt fehlen.



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