Nestlé – der Welt größter Nahrungsmittelkonzern – kann das noch gesund sein?

Nestlé ist nicht nur der größte, sondern wohl auch der am meisten gehasste Konzern. Mittlerweile verfügt der Gigant weit über 2000 Marken, viele davon waren qualitativ mal echt gut. Wahrscheinlich zu gut, sie gerieten in die finanzielle Schieflage und wurden aufgekauft. Damit hörte auch die vormals gute Qualität auf. Das betrifft besonders die Bereiche, wo Nestlé Mineralwasser aufgekauft hat. Siehe zum Beispiel San Pellegrino, Perrier, Vittel, Henniez und etliche mehr. Wasser scheint mittlerweile Nestlès Lieblingskind geworden zu sein. Wen wundert’s – sind wir doch alle vom Wasser abhängig. Und dass Wasser das „neue Gold“ sein wird, wurde schon vor Jahren propagiert. Durch die Privatisierung von Quellen wurde die Tür für übelste Globalistenmethoden geöffnet. Von Afrika bis Kanada, quer durch die Welt, kauft sich das Unternehmen die Ressourcen auf und ist so heute der Weltmarktführer, wenn es um Wasser in Flaschen geht. Und dabei macht der Konzern auch nicht vor Dürregebieten Halt, siehe Äthiopien.

➥ Autor: Barbara M. Thielmann

  • Im Frühjahr 2017 eröffnete in Äthiopien zusammen mit einem lokalen Getränkehersteller eine Wasserabfüllanlage. Pro Stunde werden dort 50.000 Liter Wasser in Flaschen abgefüllt berichtete die britischen Zeitung „The Guardian“.
  • Zur gleichen Zeit waren 42 Millionen Äthiopier ohne Trinkwasser – es herrschte die schlimmste Dürreperiode seit 50 Jahren.
  • Mit Wasser aus Ontario in Kanada macht Nestlé jährlich zwei Millionen US-Dollar Umsatz. Für die Wasserrechte zahlt das Unternehmen gerade mal 3,71 US-Dollar für eine Million Liter Wasser. Das ergibt eine enorme Wertschöpfung von satten 53.908.255 Prozent.
  • Eine weitere Wasserfabrik des Unternehmens steht im südafrikanischen Doornkloof. Die exklusiven Wasserrechte hat Nestlé hier für einen Zeitraum von 20 Jahren erhalten. In dem Dorf neben der Fabrik gibt es kein fließendes Wasser, sodass die Bewohner täglich weite Strecken zurücklegen müssen, um an Wasser zu kommen – und das ist auch noch verschmutzt und macht krank.
  • Auch in Amerika macht man Profit mit Trinkwasser. In Stanwood im US-Bundesstaat Michigan pumpt der Konzern satte 950 Liter Wasser pro Minute aus den Quellen rund um die Stadt – das sind im Jahr fast 500 Millionen Liter.
  • Wie hoch der Profit mit dem Wasser für das Unternehmen ist, läßt sich leicht abschätzen, wenn Sie wissen, welche Gebühr der Konzern für die Nutzung der Quellen um Stanwood zahlt: Gerade einmal 200 Dollar im Jahr.
Quelle Bild: Geschäft mit Wasser auch in Dürregebieten (Bild: Pixabay)

Geschäftlich lohnt sich das allerdings. Etwa 8 Milliarden Franken verdient der Konzern jährlich allein mit seiner Wassersparte. Das Prinzip ist ganz einfach: Man verkauft abgefülltes Tafelwasser. Das ist Leitungswasser in Plastikflaschen. Dieses wird direkt aus dem Grundwasser abgepumpt und wird deswegen in einigen Ländern von Wasserschutzgesetzen nicht erfasst. Dass der Grundwasserspiegel in einigen Orten dabei sinkt, wie zum Beispiel im kleinen Örtchen Vittel in Frankreich, ist dem Globalisten egal. Es geht ja um Geld, nicht um Ethik. Das Magazin Frontal (ZDF) hat darüber 9.5.2018 sogar eine ganze Sendung gemacht.

Aber nicht nur Nestlés Wassergeschäfte bringen den Konzern in Verruf. Da sind noch viele weitere Anschuldigungen, die bereits durch öffentliche Medien belegt wurden. Dazu gehören Kinderarbeit, unethische Werbung, Manipulation ungebildeter Mütter, Umweltverschmutzung, Preisabsprachen und falsche Etikettierung – das sind keine Worte, die man mit seinem Unternehmen in Verbindung bringen möchte. Nestlé scheint das nicht zu stören, denn wie gesagt, es ist das größte Lebensmittel-unternehmen der Welt und hat eine Geschichte, die selbst eingefleischte Industrielle erschaudern lassen würde.

Quelle Bild: https://aktienfinder.net/blog/nestle-aktie-steigende-margen-fuer-dein-depot/

Doch schauen wir erst einmal, wer Nestlé ist

Nestlé ist ein multinationales Schweizer Lebensmittel- und Getränkeunternehmen. Laut Wikipedia gehören zu den Produkten des Unternehmens Babynahrung, abgefülltes Wasser, Frühstücks-cerealien, Kaffee und Tee, Süßwaren, Milchprodukte, Eiscreme, Tiefkühlkost, Tiernahrung und Snacks. Neunundzwanzig der Marken haben einen Umsatz von über 1 Milliarde Dollar pro Jahr und umfassen über 8.000 Marken. Das Unternehmen verfügt über 447 Fabriken in 194 Ländern und beschäftigt rund 333.000 Mitarbeiter. Sie sind wirklich das, was man einen Giganten nennen würde. Sie gelten auch als einer der besten Arbeitgeber in Europa mit sechs LEED-Zertifizierungen und sponsern zahlreiche Aktivitäten und nachhaltige Projekte. Wenn man sich nur diese Statistiken ansieht, könnte man meinen, dass Nestlé einer der „Guten“ ist… aber warum sind sie dann so verhasst? Hier mal einige Beispiele für das Vorgehen dieser Firma.

Zum Beispiel setzte sich Nestlè schon vor Jahrzehnten in Drittweltländern dafür ein, Flaschennahrung für Babys zu nutzen. In Ländern wie Afrika oder Indien, wo gutes Wasser oft knapp und wenn vorhanden, sehr teuer ist, eine regelrechte Farce.

Gesundheitsexperten waren von Anfang skeptisch. Es ist seit langem bekannt, dass die Flaschenfütterung von Säuglingen in verarmten tropischen Ländern mit begrenzten sanitären Einrichtungen und Kühlmöglichkeiten ein Rezept für eine Katastrophe sein kann. Nestlé forderte jedoch, dass sich die Kritiker darauf konzentrieren sollten, die unsichere Wasserversorgung zu verbessern, die zu den mit der Flaschennahrung verbundenen Gesundheitsproblemen beiträgt. Später nutzte Nestlé diesen Ansatz aber auch, um für sein abgefülltes Wasser zu werben, indem es sein riesiges Marketingbudget einsetzte, um das Verhalten der Menschen zu beeinflussen, während es gleichzeitig jede direkte Verantwortung von sich wies.

Auch heute noch boykottieren mehrere Länder und Organisationen Nestle, obwohl das Unternehmen behauptet, die WHO-Vorschriften gehalten zu haben. Es gibt sogar ein Komitee, das International Nestlé Boycott Committee, das die Praktiken des Unternehmens überwacht. Auch mehrere Universitäten und Studentenorganisationen haben sich dem Boykott angeschlossen.

Foto: @anankkml via envato.elements

Kinderarbeit, Missbrauch und Menschenhandel

Die meisten Menschen lieben Schokolade, aber nur wenigen sind die schmutzigen Machenschaften hinter der Schokoladenproduktion bekannt. Der Dokumentarfilm The Dark Side of Chocolate aus dem Jahr 2010 machte auf den Kauf von Kakaobohnen von Plantagen an der Elfenbeinküste aufmerksam, auf denen Kindersklavenarbeit betrieben wird. Die Kinder sind in der Regel 12 bis 15 Jahre alt und werden zum Teil aus benachbarten Ländern eingeschleust – und Nestlè ist diese Praxis nicht fremd.

Im Jahr 2005 stand die Kakaoindustrie zum ersten Mal im Rampenlicht. Der International Labor Rights Fund reichte im Namen von drei malischen Kindern eine Klage gegen Nestlè (und andere) ein. In der Klage wurde behauptet, dass die Kinder an die Elfenbeinküste verschleppt, in die Sklaverei gezwungen und auf einer Kakaoplantage häufig geschlagen wurden. Im Jahr 2010 stellte das US-Bezirksgericht für den Central District of California fest, dass Unternehmen nicht für Verstöße gegen internationales Recht haftbar gemacht werden können, und wies die Klage ab – eine umstrittene Entscheidung, gegen die inzwischen Berufung eingelegt wurde. Aber selbst wenn Nestlè rechtlich nicht für diese Missstände haftbar war, so wäre es zumindest ethisch verantwortlich gewesen. Und das war auch nicht der einzige Fall dieser Art.

In einem Bericht eines unabhängigen Prüfers, der Fair Labor Association (FLA), heißt es, er habe „mehrere schwere Verstöße“ gegen den unternehmenseigenen Lieferantenkodex festgestellt. Es wurde berichtet, dass Nestlè keine Kontrollen gegen Kinderarbeit und Mißbrauch durchgeführt hatte. Außerdem wurde von zahlreichen Verletzungen durch Macheten berichtet, die bei der Ernte von Kakaoschoten eingesetzt werden. Die Entschuldigung von Nestlè läßt sich in etwa so zusammenfassen: „Jeder macht es“. „Der Einsatz von Kinderarbeit in unserer Kakao-Lieferkette widerspricht allem, wofür wir stehen“, sagt Jose Lopez, Executive Vice-President for Operations bei Nestle. „Kein Unternehmen, das Kakao von der Elfenbeinküste bezieht, kann garantieren, dass so etwas nicht vorkommt, aber wir können sagen, dass die Bekämpfung von Kinderarbeit für unser Unternehmen höchste Priorität hat.“

Die FLA berichtete, dass Nestle sehr wohl wußte, woher ihr Kakao kam und unter welchen Bedingungen er angebaut wurde, aber wenig unternahm, um die Bedingungen zu verbessern. Kindersklaverei und Missbrauch kein Thema bei diesem Konzern? Recherchiert selber.

Foto: @Nina_Gili via Twenty20

Umweltverschmutzung

Wie jedes „respektable“ Großunternehmen war auch Nestle in mehrere Vorfälle von Umweltverschmutzung verwickelt. Bericht aus dem Jahr 1997 zu Folge wurde festgestellt, dass im Vereinigten Königreich in einem Zeitraum von 12 Monaten 2.152 Mal an 830 Orten Grenzwerte für die Wasserverschmutzung durch Unternehmen, zu denen auch Nestle gehörte, verletzt wurden. Aber die Menschen in den USA und Europa wurden umweltbewußter, daher hat sich Nestlè auf einen anderen Markt verlegt – Asien. Zusammen mit Unternehmen wie Kraft oder Shell hat Nestlè in der Vergangenheit mehrere Umweltverstöße begangen.

Die Produktionsanlage für abgefülltes Wasser von Nestle Sources Shanghai Ltd. stand ebenfalls auf der Liste, weil sie den Betrieb aufnahm, bevor die Abwasseraufbereitungsanlagen eine Umweltverträglichkeitsprüfung bestanden hatten.

„Dies sind nur einige der von multinationalen Unternehmen in China begangenen Verstöße gegen die Wasserverschmutzung, da unsere Website noch keine Informationen über die Verschmutzung von Luft und festen Abfällen enthält“, sagte Ma Jun, Direktor des Institute of Public & Environmental Affairs. „Die Muttergesellschaften in ihren Heimatländern sind Vorbilder in Sachen Umweltschutz. Aber in China haben sie in ihren Bemühungen nachgelassen“.

In einem anderen Artikel wird behauptet, dass Nestlé aus den bereits verschmutzten Gewässern Chinas Kapital schlägt, um gute Gewinne zu erzielen, während Corporate Watch die Tatsache hervorhebt, dass Nestlé weiterhin illegal Wasser aus Brasilien für seine Marke Perrier entnimmt. Obwohl Nestlé den Rechtsstreit verloren hat, wird weiter gepumpt, während das Unternehmen die Berufungsverfahren durchläuft, was zehn Jahre oder länger dauern kann.

2017 fand Greenpeace heraus, dass der meiste Müll auf den Philippinen von nur wenigen Unternehmen, allen voran Nestlé und Unilever, stammt. Jetzt will die Umweltschutzorganisation den Müll zurück schicken – mit Umweg durch Europa. Jedes Jahr landen schätzungsweise acht Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer. Besonders schlimm ist die Situation unter anderem auf den Philippinen: auf der Freedom Island ist der Strand vor lauter Plastikmüll kaum noch zu sehen.

Zusammen mit Coca Cola und Pepsi gehört Nestlè zu den größten Umweltverschmutzern aktuell.

Dies ist nur eine knappe Zusammenfassung der letzten 20 Jahre, in denen Nestlé Schlagzeilen gemacht hat. Wer wissen möchte, welche Marken alle unter der Ägide dieses Giganten stehen, braucht einfach nur mal bei Wikipedia zu schauen, dort sind sie alle aufgeführt. Am Fall von Nestlé zeigt sich sehr schön, was Globalismus ist und was er mit den Menschen und der Natur macht. In diesen Größenordnungen ist Ethik ein Fremdwort und es wäre begrüßenswert, wenn wir einen Weg heraus aus dieser Form der Gesellschaft und Marktwirtschaft finden würden. Ein aufwachendes Bewusstsein wäre anzustreben, damit die Menschen weltweit erkennen, wohin uns eine globalistische Agenda 21 und Global Player wie Nestlé und Konsorten führen wird. Doch ich glaube, genau das geschieht jetzt. Die einheimischen Erzeuger sind solchen Giganten absolut vorzuziehen. Und jeder einzelne kann mit seinem Kaufverhalten mithelfen, auch auf der kleinen Ebene etwas zu bewirken.

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